Klonbackmaschine
Eines kann man dem Duo Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka gewiss kaum vorwerfen: dass sie ihr Konzept nicht beinhart durchziehen würden. Auch der dritte Teil ihres «Rings» verlegt das Bühnenwerk komplett in jenes mehrgeschossige Labor, in dem blonde oder blondierte Götter, Nachtalben, Menschen und Klone seit vielen Opernstunden an Fortpflanzungsgeschichten arbeiten – um es einmal so allgemein auszudrücken, wie es sich auf der Bühne darstellt.
Psychopharmaka, Cyberexperimente und finstere Operationen führen dazu, dass eine Generation nach der anderen verheizt wird, alles in den «WLHLL-Laboratories», die ihre Eigentumsrechte gern auch auf der Kleidung hervorheben. Analog zur «Ring»-Handlung läuft es nicht sehr gut mit der Forschung.
Jetzt ist es Siegfried, der sich kein Schwert schmiedet, sondern die Siegfried-Dateien knackt und seine Cyberbrille schließlich abnimmt. Da es keinen Ausweg aus dem verdammten Labor gibt, muss er sich im Folgenden mit ein paar Kunst -bäumen und buntem Schnee begnügen. Siegfried staunt und lächelt, die rührendste Szene des Abends. Selbst Außenseiter Fafner lässt in seiner Höhle fabrikmäßig klonen, und spät begreift man, dass die wackeligen Freias, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2025
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Judith von Sternburg
In den vergangenen Jahren sind Nikolai Medtners Werke, vor allem seine Stücke für Klavier, zunehmend aus dem Schatten der Werke seines Freundes Sergej Rachmaninow getreten. Als Liedkomponist fand Medtner bislang jedoch wenig Beachtung. Zu Unrecht, wie die Mezzosopranistin Ekaterina Levental und der Pianist Frank Peters in ihrer Gesamteinspielung der mehr als 100...
Frau Zaharia, Ihr Weg zur Oper scheint nicht der geradlinigste gewesen zu sein. Sie haben als Pianistin begonnen und wollten dann Musikwissenschaftlerin werden. Singen war nur die dritte Option?
Und Oper die vierte. Ich habe sechzehn Jahre Klavier gelernt und ein Lehrdiplom erworben, darf also unterrichten – hoffentlich kommt es niemals dazu (lacht) … Das...
Wir stellen uns die Szene vor. Eine Soirée im Hause Amantine Aurore Lucile Dupin de Francueils, mit illustren Gästen, sämtlich kunstsinnige Feingeister wie die Gastgeberin selbst, die unter ihrem Pseudonym George Sand Eingang in die Literatur- und Musikgeschichte gefunden hat. Vorneweg, wie sollte es anders sein, Frédéric Chopin, der empfindsame Pianist und ihr...
