Kleine Juwelen

Das Pasticcio «Caio Fabbricio» und Geistliches von Händel

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Eigentlich hatte das Jahr gut angefangen für George Frideric Handel, wie ihn die Londoner nannten. Die Uraufführung seiner Oper «Orlando» Ende Januar war ein veritabler Erfolg gewesen, auch das im März aus dem Taufbecken gehobene Oratorium «Deborah» hatte das kritische Publikum wohlwollend aufgenommen. Doch kaum wagten sich die ersten Frühlingsstrahlen auf die englische Kapitale, drohte Ungemach.

Unter Führung des Starkastraten Senesino formierte sich mit der «Opera of the Nobility» eine zweite Kompanie, die danach trachtete, Händels Vormachtstellung aus den Angeln zu heben – und dies mit schwerwiegenden Folgen. Nahezu alle Sänger, die zuvor an der Königlichen Akademie mit Händel zusammengearbeitet hatten, liefen zur Konkurrenz, der «Opera in Lincoln’s Inn Fields», über. Ein Kunststreit hatte begonnen, in dessen wechselvollem Verlauf nicht nur die italienische Opera seria ihrem Ende zueilte, sondern letztlich beide Parteien geschlagen vom Feld schlichen. 

Just zu dieser Zeit erblickte ein Werk das Licht der Öffentlichkeit, das heute nahezu vergessen ist – «Caio Fabbricio». Dabei handelt sich allerdings nicht um eine originäre Schöpfung Händels. Das für den Geburtstag von König ...

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Opernwelt 11 2022
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 30
von Jürgen Otten

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