Klassik aus dem Internet

Ist die CD am Ende? Die Deutsche Grammophon hat einen Teil ihres Schallarchivs zum Download ins Netz gestellt – und immer mehr Musiker, Orchester und Opernhäuser nutzen das Web in Eigenregie

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Als vor einem Vierteljahrhundert die Langspielplatte von der Compact Disc abgelöst wurde, waren nicht wenige Klassikkunden der Vinyl-Generation scho­ckiert. Die Vorbehandlung der schwar­zen 33-Zentimeter-Scheiben mit Antistatiktuch, das Aufsetzen der Nadel, die stille Rotation des schweren Plattentellers, der Seitenwechsel – all das hatten die Aficionados der frühen HiFi-Ära als unverzichtbare Elemente eines kulturellen Rituals empfunden, das dem Stereo-Erlebnis im heimischen Konzertsaal die Weihe verlieh.

Die auf läppische zwölf Zentimeter geschrumpfte CD konnte da nicht mithalten: Sie bedurfte keiner Fürsorge mehr, man legte sie einfach ins neue Lasergerät ein und drückte auf einen Knopf – der Rest spielte sich im Verborgenen ab. Selbst die Tatsache, dass die CD erstmals eine rauschfreie Speicherung und Wiedergabe von Tönen gewährleistete und die Möglichkeit eröffnete, eine Beethoven- oder Schumann-Sinfonie ohne Unterbrechung zu hören, sollte das Unbehagen der Traditionalisten nie restlos zerstreuen. Gleichwohl hat sich die CD bekanntlich auf breiter Front durchgesetzt – weil sie das robustere, handlichere und klangtechnisch bessere Format darstellte.
Das ist bis heute so ...

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Opernwelt Februar 2008
Rubrik: Magazin, Seite 24
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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