Klang des Lebens
Die Geschichte ist nicht ganz neu: Eine Frau liebt einen Mann, und der liebt sie. Das Problem: Ihr Vater hat einen anderen für sie ausgesucht. Was die Angelegenheit ins Katastrophische weitet, ist die Tatsache, dass der von der Tochter Erwählte vom Vater zusätzlich zum Feind erklärt wird. Etliche Opern gerade italienischer Provinienz bis weit ins 19.
Jahrhundert hinein sind nach diesem Muster gestrickt, und da auch Shakespeares «Romeo and Juliet» danach verfährt, lag es nahe, dass auch der Mozart-Zeitgenosse Nicola Antonio Zingarelli, einer der renommiertesten neapolitanischen Meister, diesen Stoff zu einer Tragedia della musica ausformte. Das Libretto ließ er sich von Giuseppe Maria Foppa dichten; der bediente sich aber weniger beim englischen Original, sondern wählte die (Shakespeare nachempfundene) Tragödie «Roméo et Juliette» des französischen Dramatikers Jean François Ducis zur Vorlage.
Aus Capulet wird hier Everardo Cappellio, während Romeo seinen Namen behalten darf: Er ist ein Montecchio, wie er im Buche des englischen Genies steht. Und wie im Ori -ginal, so tötet er auch in Zingarellis Bühnenwerk den Kontrahenten Teobaldo (Tybalt) in einem fairen Wettkampf, löst damit ...
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Opernwelt Juli 2025
Rubrik: Medien, Seite 34
von Olga Myschkina
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