Klang des Lebens
Die Geschichte ist nicht ganz neu: Eine Frau liebt einen Mann, und der liebt sie. Das Problem: Ihr Vater hat einen anderen für sie ausgesucht. Was die Angelegenheit ins Katastrophische weitet, ist die Tatsache, dass der von der Tochter Erwählte vom Vater zusätzlich zum Feind erklärt wird. Etliche Opern gerade italienischer Provinienz bis weit ins 19.
Jahrhundert hinein sind nach diesem Muster gestrickt, und da auch Shakespeares «Romeo and Juliet» danach verfährt, lag es nahe, dass auch der Mozart-Zeitgenosse Nicola Antonio Zingarelli, einer der renommiertesten neapolitanischen Meister, diesen Stoff zu einer Tragedia della musica ausformte. Das Libretto ließ er sich von Giuseppe Maria Foppa dichten; der bediente sich aber weniger beim englischen Original, sondern wählte die (Shakespeare nachempfundene) Tragödie «Roméo et Juliette» des französischen Dramatikers Jean François Ducis zur Vorlage.
Aus Capulet wird hier Everardo Cappellio, während Romeo seinen Namen behalten darf: Er ist ein Montecchio, wie er im Buche des englischen Genies steht. Und wie im Ori -ginal, so tötet er auch in Zingarellis Bühnenwerk den Kontrahenten Teobaldo (Tybalt) in einem fairen Wettkampf, löst damit ...
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Opernwelt Juli 2025
Rubrik: Medien, Seite 34
von Olga Myschkina
Am «Woyzeck» hat Regie-Altmeister Johan Simons einen richtigen Narren gefressen. Dreimal brachte er Georg Büchners Schauspiel auf die Bühne, zuletzt in einer Koproduktion von Burgtheater, Schauspielhaus Bochum (wo Simons seit 2018 Intendant ist) und Akademietheater. 2019 erhielt diese den Nestroy-Preis für die beste Regie. Jetzt nahm sich Simons, der in diesem Jahr...
Der Mensch, so hat es, sehr spitzfindig und süffisant, einmal T. S. Eliot formuliert, ist nicht imstande, viel Realität zu ertragen. Was häufiger, als man gemeinhin denken sollte, zur Folge hat, dass dieser Mensch dann in eine Traumwelt entflieht, dorthin, wo er zumindest das Gefühl, eine Ahnung von Freiheit hat, auch wenn dies nur eine Fata Morgana ist, die ihm...
Es ist nicht mehr als ein Wort, ein Wörtchen nur – der winzige Seufzer «Ah!». Was Camille Saint-Saëns daraus aber macht in der Vokalise «Le Rossignol et la rose» aus seiner weithin unbekannten Bühnenmusik zu Jane Dieulafoys Schauspiel «Parysatis», weist ihn als ingeniösen Komponisten aus. Wie auf einer Wolkenbank schwebt die Stimme der Nachtigall, von...
