Auf Irrwegen
Es ist nicht mehr als ein Wort, ein Wörtchen nur – der winzige Seufzer «Ah!». Was Camille Saint-Saëns daraus aber macht in der Vokalise «Le Rossignol et la rose» aus seiner weithin unbekannten Bühnenmusik zu Jane Dieulafoys Schauspiel «Parysatis», weist ihn als ingeniösen Komponisten aus. Wie auf einer Wolkenbank schwebt die Stimme der Nachtigall, von samtig-seidenen Streicher-Arpeggien untermalt, in Melismen, Arabes -ken und Girlanden durch den duftenden Zaubergarten dieser auch harmonisch äußerst reizvollen Musik.
Und genauso singt Serena Sáenz dieses kompositorische Kleinod auch: in feinsten dynamischen Schattierungen, schwelgerisch-schwärmerisch, mit aparter Artikulation. Nur eines wird nicht erst in diesem Stück evident: dass die spanische Sopranistin in höheren Gefilden zu einer Fragilität neigt, die sie unweigerlich in Gefahr bringt.
«Birds» heißt das Album, dessen Cover so fürchterlich ist, wie ein Cover nur sein kann (vor allem, wenn man im Booklet dann ein «normales» Foto der Sängerin entdeckt; kaum zu glauben, dass es dieselbe Frau sein soll). Das ist keine Frage des Geschmacks mehr, das ist der unsinnige Versuch, dem Ganzen eine Erotik einzuhauchen, die aber gerade ...
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Opernwelt Juli 2025
Rubrik: Medien, Seite 38
von Virginie Germstein
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