Klang der Entsagung
Als Theodor Fontane gefragt wurde, um was es im «Stechlin», seinem letzten Roman, denn gehe, brauchte er nicht viele Worte: «Zum Schluss stirbt ein Alter, und zwei Junge heiraten sich; – das ist so ziemlich alles, was auf 500 Seiten geschieht.» Der Rest: literarisches Abendleuchten, Gelassenheit des Alters, ein lächelndes Ja-Sagen zur Hinfälligkeit alles Weltlichen.
Um was geht es im Schlussakt der «Liebe der Danae», Richard Strauss’ vorletzter Oper? Ein Gott ergibt sich in die Ablehnung einer Menschenfrau, die er liebt; die Menschenfrau, Danae, besingt ihr einfaches Glück mit dem Eseltreiber Midas: «Midas’ Hütte, Danaes Reich!» Der Rest: musikalisches Abendleuchten, Gelassenheit des Alters, ein lächelndes Ja-Sagen zur Hinfälligkeit alles Weltlichen. Mögen zwischen dem Preußen Fontane und dem Bayern Strauss in Mentalität und lokaler Prägung auch Welten liegen, es tun sich Parallelen auf bis hin zur leisen Ironie, die Roman wie Oper durchzieht.
Die Bezüge zu Richard Wagner jedenfalls sind so zahlreich in der «Danae», dass man nicht nur von einer «heiteren Mythologie» sprechen kann wie Strauss im Untertitel des Stückes, sondern eigentlich von einer «heiteren Parodie» – auf die Welt ...
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Opernwelt April 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Clemens Haustein
Grimmig war Mark-Anthony Turnage angesichts manch harscher Kritiken zu seinem letzten Musiktheater «Coraline»: Er müsse ja keine Opern mehr schreiben, wenn sie auf so wenig Gegenliebe stießen. Nun denn, Turnage schuf dann doch ein neues Werk, mit Spannung erwartet und mit erheblichem Aufwand nun uraufgeführt an der Royal Opera Covent Garden. «Festen», ein Film des...
Verdis «La forza del destino» ist und bleibt ein Sorgenkind der Regie. Zu unüberschaubar das Gewirr der Handlung, zu lose gereiht die Szenenfolge um die Liebe zwischen der adeligen Leonora und dem «Mestizen» Alvaro aus indigenem Adel. Ein versehentlich sich lösender Pistolenschuss, die Verfolgung des getrennten Paares durch Leonoras fanatisch hassenden Bruder...
Die Herren, wiewohl Landsleute und beide mit reichlich Geist gesegnet, waren uneins. Während Samuel Pepys, dessen Tagebücher aus den Jahren 1660 bis 1669 eine noch heute stetig sprudelnde Quelle der Inspiration bilden, Shakespeares Schauspiel «A Midsummer Night’s Dream» mit einem Federstrich abkanzelte («Es ist das albernste und geschmackloseste Stück, das ich je...
