Klang der Entsagung

Die Bayerische Staatsoper in München zeigt Strauss’ «Liebe der Danae»: ein Werk des Abschieds und der heiteren Parodie. Claus Guth beschwört in seiner Regie den Untergang, aber auch die Liebe, die ihn ertragbar macht

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Als Theodor Fontane gefragt wurde, um was es im «Stechlin», seinem letzten Roman, denn gehe, brauchte er nicht viele Worte: «Zum Schluss stirbt ein Alter, und zwei Junge heiraten sich; – das ist so ziemlich alles, was auf 500 Seiten geschieht.» Der Rest: literarisches Abendleuchten, Gelassenheit des Alters, ein lächelndes Ja-Sagen zur Hinfälligkeit alles Weltlichen.

Um was geht es im Schlussakt der «Liebe der Danae», Richard Strauss’ vorletzter Oper? Ein Gott ergibt sich in die Ablehnung einer Menschenfrau, die er liebt; die Menschenfrau, Danae, besingt ihr einfaches Glück mit dem Eseltreiber Midas: «Midas’ Hütte, Danaes Reich!» Der Rest: musikalisches Abendleuchten, Gelassenheit des Alters, ein lächelndes Ja-Sagen zur Hinfälligkeit alles Weltlichen. Mögen zwischen dem Preußen Fontane und dem Bayern Strauss in Mentalität und lokaler Prägung auch Welten liegen, es tun sich Parallelen auf bis hin zur leisen Ironie, die Roman wie Oper durchzieht.

Die Bezüge zu Richard Wagner jedenfalls sind so zahlreich in der «Danae», dass man nicht nur von einer «heiteren Mythologie» sprechen kann wie Strauss im Untertitel des Stückes, sondern eigentlich von einer «heiteren Parodie» – auf die Welt ...

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Opernwelt April 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Clemens Haustein

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