«Kinder und Hunde konnte ich schon immer gut nachmachen»
Frau Schäfer, wie geht es Ihren beiden Töchtern?
Danke, ich kann nicht klagen. Als ich sie gestern ins Bett brachte und vor unserem Schlaflied zufällig das Radio anmachte, kam gerade der Mitschnitt von Pergolesis «Stabat mater» aus Salzburg, wo ich eingesprungen war. Sagt die eine Tochter sofort: «Das ist die Mama, die da singt.» Sagt die andere: «Die Mama kann überhaupt nicht so schön singen.» So ist das Mutterleben.
Nehmen Sie die beiden schon mit in die Oper?
Natürlich, meist zu Proben.
Letztes Jahr in Salzburg haben sie fünf Mozart-Opern komplett gesehen. Ich finde, Eltern haben eine Verpflichtung, Kinder an Musik heranzuführen, besonders weil die Schulen in diesem Punkt versagen. In Paris habe ich die ganze Klasse meiner älteren Tochter in eine Probe von «La traviata» eingeladen. Die waren alle ganz begeistert, allerdings vor allem vom großen Kronleuchter auf der Bühne. In Berlin wollte ich etwas Ähnliches machen, aber da hätte man einen formellen Antrag beim Senat stellen müssen, und das war mir dann zu blöd.
In Salzburg bei dem Pergolesi-Konzert sind Sie für Anna Netrebko eingesprungen. Wie haben Sie Ihre Kollegin bei den Proben zum «Figaro» erlebt? Hat sie überhaupt Zeit zu ...
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Dass einer über Musik schreibt und doch das Ganze der Gesellschaft im Auge behält, ja, dass es ihm darum zu tun ist, auch in der Musik die Gesellschaft, ihre Strukturen und Probleme zu identifizieren und die abstrakteste der Künste dadurch an die Konkretheit des Lebens zurückzubinden, das eine im anderen zu finden, ohne es auf dieses zu reduzieren – diese Fähigkeit...
Herr Kehr, Sie sind seit 1996 für das Musiktheater der Schwetzinger Festspiele verantwortlich und haben dort eine «Schwetzinger Dramaturgie» übernommen, deren Philosophie darin besteht, jeden Sommer zwei Opern, die Ausgrabung eines vergessenen Werks und die Uraufführung eines Auftragswerks, im Schlosstheater zu präsentieren. Wie findet man solche Stücke wie...
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