Kein Licht, nirgends

Lorenzo Fioroni zeichnet in seiner Leipziger Inszenierung von Tschaikowskys «Pique Dame» ein dystopisches Gesellschaftsbild, Anna Skryleva gibt dem vor allem düstere Orchesterfarben hinzu

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Die Landschaft, die Seelen – beide gleichermaßen verrottet und im Absterben, nur dürftig übertüncht mit buntfleckigen Erinnerungen einer vorgeblich besseren Vergangenheit: Lorenzo Fioronis Leipziger «Pique Dame»-Inszenierung entwirft eine böse Dystopie, in der nicht einmal mehr die stramm gedrillten Kinderscharen Anlass zur Hoffnung geben. Der Blick des Schweizer Regisseurs auf Tschaikowskys vorletzte Oper ist dabei viel eher atmosphärisch als soziologisch bestimmt, was dank seines prächtig kooperierenden Ausstattungsteams ein hohes Potenzial an Suggestionskraft verbürgt.

Katharina Gault hat Kostümzitate mehrerer Epochen und ziemlich viele, oft auch dissonierende Farbkreise in einer großen Collage zusammengeschnitten. Es entsteht eine Art kribbelnde Orientierungslosigkeit, wie sie einem ebenso – ins abgründig Düstere gewendet – aus Sebastian Hannaks Bühnenbildern (von Sebastian Alphons stimmungsvertiefend ausgeleuchtet) entgegentritt: braunschwarze, manchmal aschig überhauchte Lavafluten, in Unfruchtbarkeit erstarrt wie die in ihnen wurzelnden, nicht mehr tragenden und höchsten noch als Ersatz-Grabkreuze taugenden Weinstöcke. Manchmal verschieben sich ihre Schichtungen ...

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Opernwelt Juli 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 28
von Gerald Felber

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