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Wenn die «Flüchtlingskrise» auf Requisiten reduziert wird

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Es war einmal eine Zeit, in den langen Jahren unter Helmut dem Zweiten, da war der Blick auf die Weltläufte von Gewissheiten geprägt. Zumal in Deutschland war jedem unter uns Nachgeborenen sonnenklar, wie er sich 1933 verhalten hätte: im besseren Wissen um das Richtige und das Falsche. Und damit auch die Rotkäppchen unter den Opernbesuchern nicht lange nachdenken mussten, wer für die gute Großmutter und wer für den bösen Wolf stand, durften damals ganze Hundertschaften von Chorsängern und Statisten in Nazi-Uniformen auftreten.

Verstanden? Terror! Später kamen dann noch Judensterne und abgeschabte Koffer hinzu: Terroropfer!

Irgendwann erschöpft sich jede Mode. Wer in den Opernhäusern den Fundus verwaltet, hat nicht mehr viel Zeit, Platz für Neues zu schaffen. Was war das wichtigste Ereignis im Deutschland Anno Domini 2015? Richtig, die sogenannte «Flüchtlingskrise». Wieder einmal (ein letztes Mal?) war sonnenklar, was Gut und was Falsch war. Wenn uns schon das tausendfache Sterben in den Fluten des Mittelmeers kalt lässt, dann können wir wenigstens im besten Deutschland aller Zeiten zeigen, wie man richtig mit den Herausforderungen der Weltgeschichte umgeht. Ai ...

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Opernwelt Februar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Anselm Gerhard

Vergriffen
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