Kauft Schwimmwesten!
Es war einmal eine Zeit, in den langen Jahren unter Helmut dem Zweiten, da war der Blick auf die Weltläufte von Gewissheiten geprägt. Zumal in Deutschland war jedem unter uns Nachgeborenen sonnenklar, wie er sich 1933 verhalten hätte: im besseren Wissen um das Richtige und das Falsche. Und damit auch die Rotkäppchen unter den Opernbesuchern nicht lange nachdenken mussten, wer für die gute Großmutter und wer für den bösen Wolf stand, durften damals ganze Hundertschaften von Chorsängern und Statisten in Nazi-Uniformen auftreten.
Verstanden? Terror! Später kamen dann noch Judensterne und abgeschabte Koffer hinzu: Terroropfer!
Irgendwann erschöpft sich jede Mode. Wer in den Opernhäusern den Fundus verwaltet, hat nicht mehr viel Zeit, Platz für Neues zu schaffen. Was war das wichtigste Ereignis im Deutschland Anno Domini 2015? Richtig, die sogenannte «Flüchtlingskrise». Wieder einmal (ein letztes Mal?) war sonnenklar, was Gut und was Falsch war. Wenn uns schon das tausendfache Sterben in den Fluten des Mittelmeers kalt lässt, dann können wir wenigstens im besten Deutschland aller Zeiten zeigen, wie man richtig mit den Herausforderungen der Weltgeschichte umgeht. Ai ...
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Er war gerade 28 Jahre jung, als er mit New Yorks Philharmonikern einen echten Coup landete: Bei einer Aufführung von György Ligetis «Le Grand Macabre» stand er als Fürst Go-Go auf der Bühne, neben Stars wie Barbara Hannigan (Gepopo) und Eric Owens (Nekrotzar), und machte mächtig Eindruck. 2010 war das. «Selten hatte ich so viel Spaß wie mit der brillanten...
Das Barock glänzte im vergangenen Jahrzehnt am Mannheimer Nationaltheater durch Abwesenheit. So ist es durchaus als programmatischer Aufbruch zu begrüßen, wenn Albrecht Puhlmann gleich als zweite Premiere seiner Intendanz ein Werk Händels auf den Spielplan setzte. Allerdings ist «Hercules» keine Oper, sondern ein «musikalisches Drama» – so die explizite...
In einem Interview mit dem Berliner «Tagesspiegel» hat Barrie Kosky bereits 2013, kurz nach seinem Amtsantritt als Intendant der Komischen Oper, den Dreisatz verraten, mit dem er die in Deutschland so schlecht beleumundete Operette zu neuem Leben erwecken will: «Du musst den Stil lieben, du musst die Stücke mit Stars besetzen, und du musst dich darauf ...
