Kauft Schwimmwesten!
Es war einmal eine Zeit, in den langen Jahren unter Helmut dem Zweiten, da war der Blick auf die Weltläufte von Gewissheiten geprägt. Zumal in Deutschland war jedem unter uns Nachgeborenen sonnenklar, wie er sich 1933 verhalten hätte: im besseren Wissen um das Richtige und das Falsche. Und damit auch die Rotkäppchen unter den Opernbesuchern nicht lange nachdenken mussten, wer für die gute Großmutter und wer für den bösen Wolf stand, durften damals ganze Hundertschaften von Chorsängern und Statisten in Nazi-Uniformen auftreten.
Verstanden? Terror! Später kamen dann noch Judensterne und abgeschabte Koffer hinzu: Terroropfer!
Irgendwann erschöpft sich jede Mode. Wer in den Opernhäusern den Fundus verwaltet, hat nicht mehr viel Zeit, Platz für Neues zu schaffen. Was war das wichtigste Ereignis im Deutschland Anno Domini 2015? Richtig, die sogenannte «Flüchtlingskrise». Wieder einmal (ein letztes Mal?) war sonnenklar, was Gut und was Falsch war. Wenn uns schon das tausendfache Sterben in den Fluten des Mittelmeers kalt lässt, dann können wir wenigstens im besten Deutschland aller Zeiten zeigen, wie man richtig mit den Herausforderungen der Weltgeschichte umgeht. Ai ...
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Der Applaus vom Band brandet noch vor dem ersten Akkord auf und wiederholt sich, während die Zuschauer ihre Plätze einnehmen, in einer Endlosschleife. Eva-Maria Höckmayrs Inszenierung beginnt mit dem Ende der Oper. Der letzte Vorhang ist bereits gefallen. Hinter den Kulissen verharrt die Darstellerin der Tosca im blutbefleckten weißen Kleid neben der Leiche...
Die besten britischen Stimmen, so geht die Fama, kommen aus Australien. Wenn man die von Roger Neill und Tony Locantro sachkundig edierte fünfstündige Dokumentation betrachtet, in der nicht weniger als 80 australische Sängerinnen und Sänger in Aufnahmen aus 110 Jahren präsentiert werden, festigt sich der Eindruck: Da könnte was dran sein. Die früheste, mit der...
«Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad ...» Warum fällt uns bei Mephistos auch auf dem Cover der DVD abgebildeter Teufelsfahrt auf dem Krad – mit Faust dahinter auf dem Doppelsitz – dieses Kinderlied ein? Vielleicht, weil Roland Schwabs Inszenierung von Boitos «Mefistofele» an der Bayerischen Staatsoper bei aller Düsternis in ihrer betriebsamen Verspieltheit...
