Im Häusermeer
Wenn das so weitergeht, ist irgendwann keine Kuhweide mehr da. Erl expandiert munter: Im fünften Jahr schon lockt der futuristische Flunder-Musentempel neben dem Passionsspielhaus zum Winterfestival. In unmittelbarer Nähe steht das Parkhaus, aus dem es nachts so schön orange leuchtet und auf das sich Mäzen Hans Peter Haselsteiner Wohnungen setzen ließ. Und aktuell wird auch noch ein 200-Zimmer-Hotel gebaut. Eine Künstlerunterkunft soll das unter anderem werden, müssen doch Sänger, Musiker und andere Teilzeitkräfte bislang in Gasthöfen und anderen Herbergen einquartiert werden.
Der Festspielbezirk mausert sich.
Vorbei ist wohl auch die Zeit, als man in Tirol auf Richard Wagner als alleinigen Kassenknüller setzte. Der «Ring» im Sommer nebst anderen Musikdramen kann weiterhin anderes querfinanzieren. Doch mittlerweile hat sich auch eine Rossini-Schiene in die Programmatik geschlichen, ohne dass damit groß Werbung betrieben würde. «Barbiere di Siviglia» und «Guglielmo Tell» gab es schon, im Sommer 2017 folgt «Semiramide». Und jetzt, zum Winterfestival, brachte Prinzipal Gustav Kuhn «L’italiana in Algeri» heraus. Den Regiestuhl überließ er Wolfgang Berthold, nach dem ...
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Der Winter zieht hier nicht als Bedrohung ein. Groß sind die «Flocken», die aus schwarzen, aufgerissenen Säcken quellen, rund, weiß und leicht. Ein Bällebad, in dem man untergehen, wieder auftauchen und sich treiben lassen kann. Es ist ein poetisches Spiel mit Chiffren und Symbolen, das Regisseur Torsten Fischer da treibt, mehr Shakespeare als Schenkelklopfer....
Puschkins 1820 veröffentlichte Verserzählung vom wackeren Rittersmann, der auf der Suche nach seiner geraubten Braut allerlei Prüfungen besteht, hat einen festen Platz im russischen Literaturkanon. Bis heute ist das tragikomische, an ironischen Obertönen reiche Poem in Russland populär. Auch weil Michail Glinka den Stoff für sein zweites Bühnenopus...
Musiktheater ist ein feiner Seismograf für die Wandlungen im Umgang mit Emotionen. Wie sehr dies gerade auch für Händels Opern gilt, will dieser anregende Band mit seiner Fokussierung auf weibliche Opernfiguren zeigen, die von damals neuen und deshalb beunruhigenden «vermischten Empfindungen» geprägt sind. Eingelöst wird dieser in Laurenz Lüttekens bündiger...
