Im Häusermeer
Wenn das so weitergeht, ist irgendwann keine Kuhweide mehr da. Erl expandiert munter: Im fünften Jahr schon lockt der futuristische Flunder-Musentempel neben dem Passionsspielhaus zum Winterfestival. In unmittelbarer Nähe steht das Parkhaus, aus dem es nachts so schön orange leuchtet und auf das sich Mäzen Hans Peter Haselsteiner Wohnungen setzen ließ. Und aktuell wird auch noch ein 200-Zimmer-Hotel gebaut. Eine Künstlerunterkunft soll das unter anderem werden, müssen doch Sänger, Musiker und andere Teilzeitkräfte bislang in Gasthöfen und anderen Herbergen einquartiert werden.
Der Festspielbezirk mausert sich.
Vorbei ist wohl auch die Zeit, als man in Tirol auf Richard Wagner als alleinigen Kassenknüller setzte. Der «Ring» im Sommer nebst anderen Musikdramen kann weiterhin anderes querfinanzieren. Doch mittlerweile hat sich auch eine Rossini-Schiene in die Programmatik geschlichen, ohne dass damit groß Werbung betrieben würde. «Barbiere di Siviglia» und «Guglielmo Tell» gab es schon, im Sommer 2017 folgt «Semiramide». Und jetzt, zum Winterfestival, brachte Prinzipal Gustav Kuhn «L’italiana in Algeri» heraus. Den Regiestuhl überließ er Wolfgang Berthold, nach dem ...
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Man kann sie kaum noch zählen, die kompletten Aufführungen von Wagners «Ring des Nibelungen», die in den letzten Jahren als Mitschnitte auf CD oder DVD erschienen sind. Wien, Hamburg, Frankfurt, Weimar, Lübeck, Kopenhagen, Amsterdam, Seattle usw. Und jetzt also auch noch Hongkong. Dort hat man vor zwei Jahren einen konzertanten Zyklus gestartet, der nun bis...
Synergien, modifizierte Neuauflagen, neue Zugänge – der Buchmarkt ist um einige Musiklexika reicher geworden. Dass die Pressemitteilungen dazu manchmal vollmundiger daherkommen als das, was der Leser tatsächlich vorfindet, liegt in der Natur des Geschäfts. So soll das von Arnold Jacobshagen und Elisabeth Schmierer herausgegebene «Sachlexikon des Musiktheaters»...
Der erste «Walküre»-Akt kommt einem «Kommando zurück!» gleich. Richard Wagners liebende Geschwister hatte «Rheingold»-Regisseur David Hermann in seinem Blick voraus verzückt übereinander herfallen lassen (siehe OW 9-10/2016). Nun strafte «Walküren»-Regisseur Yuval Sharon die Zukunftsvision seines Kollegen Lügen. Zurückhaltender ward die Liebesszene selten...
