Kampf ums Pult
New York, 1926. Ein Konzert mit Mahlers Vierter. Die würde die junge Frau gern auch mal dirigieren. Auf dem Podium: Willem Mengelberg, der berühmte Maestro aus den Niederlanden, ein Star des klassischen Musikbetriebs. Doch Antonia Brico, die als Kind aus Rotterdam nach Amerika gekommene Immigrantin, muss sich damit begnügen, der High Society die Plätze anzuweisen. Dass sie, gerade 24 Jahre alt, ihren Klavierlehrer längst überflügelt hat und jeden falschen Ton hört, den der schnittige Leader einer Parkband durchgehen lässt, schürt nur den Widerstand der Herren.
Ein Flirt mit dem Filius eines Tycoons verschafft ihr Zugang zu Mengelberg. Aus dem erhofften Privatunterricht wird zwar nichts, aber er empfiehlt die selbstbewusste Dirigentin in spe an den Kollegen Muck nach Deutschland – Karl Muck, ehemaliger GMD der Königlichen Hofoper in Berlin, Ex-Chef des Boston Symphony Orchestra. Vier Jahre später leitet Antonia Brico ein Konzert der Berliner Philharmoniker.
Die Amsterdamer Regisseurin Maria C. Peters hat den zähen Kampf der 1989 verstorbenen Musikerin um einen Platz am Pult zu einem Film verarbeitet, der viele Register des Hollywood-Kinos bemüht (ohne über das dort übliche ...
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Opernwelt April 2020
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Albrecht Thiemann
alpha
03.04. – 20.15 Uhr
Missa Solemnis
BR Chor und Sinfonieorchester, ML: Gardiner
05.04. – 22.00 Uhr
Bach: Matthäuspassion
Live aus dem Herkulessaal, München
Chor des BR, ML: Dijkstra, S: Gauvin, Romberger, Schmitt, Prégardien, Nagy, Fredriksson
12.04. – 21.45 Uhr
Wagner: Tannhäuser
Münchner Opernfestspiele 2017, ML: Petrenko, I: Castellucci, S: Zeppenfeld, Vogt,...
Sie war anmutig wie eine Fee, sie hatte eine zauberhafte, überaus zarte, silbrige Stimme, sie bezauberte die Opernwelt mit ihrem engelsgleichen Gesang. Jacques Offenbach lag ihr zu Füßen, Iwan Turgenjew sandte Liebesbriefe, das betuchte Publikum verehrte sie, und wenn sie nur die Bühne betrat, ging ein Raunen durch den Saal, noch bevor sie überhaupt den ersten Ton...
Für manche wird er immer derjenige bleiben, der rabiat auf einen meuternden Zuschauer reagierte. Im Frühjahr 1982 war das, an der Bayerischen Staatsoper. Als der junge Mann den «Aida»-Applaus mit Buhs beschmutzte, eilte Nello Santi ins Parkett, um dem Störenfried eine Ohrfeige zu verabreichen. Der Hieb kostete den Dirigenten laut Gerichtsbeschluss 6000 Mark, nie...
