Jugendfrische Fantasie
Am Himmel der Salle Favart ist jetzt wieder alles möglich. Und auf den Brettern sowieso. Klar, dass Intendant Olivier Mantei und die Bühnentechnik zur Wiedereröffnung der Opéra Comique die generalüberholte Maschinerie tanzen lassen. Mit fliegenden Sängern, Seilartisten und blütenweiß schwebenden Stoffsegeln. Zwanzig Monate war das 1898 eingeweihte Haus an der Place Boieldieu geschlossen – für die letzte Phase einer umfassenden Sanierung, die, bereits 2007 angeschoben und weitgehend bei laufendem Betrieb, vor allem während der (teils verlängerten) Sommerpausen vorangetrieben wurde.
Böden, Teppiche und Wandbespannungen, Sitze, Mosaiken und Malereien, Foyers, Treppenhäuser und Kronleuchter künden vom frisch polierten alten Glanz. Die Elektrik ist ebenso auf den neuesten Stand gebracht wie das System für die Be- und Entlüftung. Durch den Einbau eines Aufzugs sind nun endlich auch die Ränge barrierefrei zugänglich.
Insgesamt 17 Millionen Euro waren für die finalen, seit Juli 2015 absolvierten Arbeiten veranschlagt. Ob in dieser Summe auch die Kosten enthalten sind, die bei der Entwicklung jenes Gâteau Favart anfielen, den Jean-Christophe Jeanson, Chef-Pâtissier der Gourmetkette ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Albrecht Thiemann
Das Bild Neda Agha-Soltans, die bei einer Demonstration im Juni 2009 in Teheran starb, wurde zur Ikone der «Grünen Revolution». Der aus dem Iran stammende Komponist Nader Mashayekhi machte die von Milizen erschossene Studentin zur Titelgestalt seiner Oper «Neda – der Ruf», die – 2010 am Theater Osnabrück uraufgeführt – nun am Pfalztheater Kaiserslautern ihre...
Dunkel soll es klingen, das Eisentor, das sich zu Beginn des vierten Aktes schließt. Verlauf und Zeitwerte dieses Sounds sind genau notiert, bis auf den letzten Akzent einer (sonst stummen) Quintole. Fortschreitend in Tontrauben zwischen dreifachem piano und forte. Dann mischt sich Gemurmel einer Menschenmenge in die rund um das Auditorium des Genter Opernhauses...
Gleich mit dem ersten Konzert in der neuen Residenz hat Laurence Equilbey klargestellt, wohin es ihr kaum fünf Jahre altes Insula Orchestra zieht: zur Musik der «génération Goethe». Und: zu einer multimedialen Aufführungskultur, die das Repertoire zwischen 1750 und 1850 mit Technik des 21. Jahrhunderts zu vermitteln sucht. Während Stanislas de Barbeyrac zur ersten...
