Jubel, Trubel, Heiterkeit

Rossini: Il barbiere di Siviglia Glyndebourne / Opernhaus

Die Klassiker sind einfach nicht wegzudenken aus dem Repertoire. Das gilt auch für Rossinis exakt 200 Jahre ­alten «Barbier von Sevilla», der selbst angesichts einer Schwemme von Ausgrabungen, die inzwischen noch das obskurste Werk des italienischen Komponisten aus der Versenkung gespült hat, immer seine beliebteste Oper sein dürfte. Und bei einer schlagenden Produktion mit starkem ­Ensemble weiß man auch gleich wieder, wieso.

Annabel Ardens Inszenierung für das Glyndebourne Festival ist so ein Fall.

Die Regisseurin gründete 1983 zusammen mit Simon McBurney und Marcello Magni das in Großbritannien beheimatete Théâtre de Complicité (mittlerweile schlicht Complicité). Zwar hat sich das Kollektiv inzwischen zerstreut. Doch die Ursprünge der Künstlerin sind in ihrer Regiehandschrift durchaus spürbar, nicht zuletzt in der lebhaften Bewegungssprache. Pointierter Humor und physische Vitalität verweisen auf die Commedia dell’Arte-Wurzeln des Werks, wobei die hinzuerfundenen komischen Einmischungen dreier Statisten übers Ziel hinausschießen, teilweise sogar schlicht verwirrend sind. Urkomisch allerdings die Szenen, in denen die Truppe als Müllbrigade agiert. Einen Volltreffer landet auch ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2016
Rubrik: Panorama, Seite 37
von George Hall

Weitere Beiträge
Warteschleife

Mit etwa 25 Millionen Euro ist das Teatro Lirico in CAGLIARI verschuldet. Schon seit einigen Jahren lebt die Kompanie von der Hand in den Mund. Ist man ausnahmsweise mal flüssig, wird ­zunächst das fest angestellte ­Personal bedient. Andere Kräfte, zumal auswärtige, müssen sich gedulden, drohen am Ende gar leer auszugehen. So warten einige Solisten und...

Verzettelt

Kunst braucht Mut zum Risiko. Besonders zeitgenössische, das gilt auch im Musiktheater. Die Australische Nationaloper geht Wagnissen allerdings lieber aus dem Weg. Deshalb müssen die wenigen übrigen Ensembles in die Bresche springen – jüngst kam die    State Opera of South Australia in Adelaide diesem Auftrag mit der Uraufführung von George Palmers «Cloudstreet»...

Wir sind das Folk

Vor einem Vierteljahrhundert schien der Begriff «Volk» willkommen, vor allem durch die Parole frei nach Georg Büchner, die zur Wende führte. Mittlerweile scheint das Volkshafte jedoch wieder gefährlich beim «Völkischen» anzuklopfen, und auch das Volkslied hat diesbezüglich erneut einen gewissen Ruch nationaler Enge gewonnen. Dass Christian Gerhaher also dieses...