Jubel, Trubel, Grausamkeit
Kennen Sie das Gefühl? Wenn man viel zu spät und stocknüchtern auf eine Party kommt, auf der alle schon völlig blau sind? Befremden, weil sich alle so unsäglich benehmen. Scham, denn wer nicht passt, sind Sie, nicht die anderen. Ein bisschen Neid, weil es letztlich doch schöner wäre mitzulachen, als dumm danebenzustehen. Falls ja, können Sie sich das Verhältnis des Zuschauers zum Geschehen im «Platée»-Prolog am Theater an der Wien ganz gut vorstellen.
Auf einer Lametta-gesäumten Bühne feiert die kreative Szene eine Griechensause, weiße Laken über die Hipster-Klamotten gewickelt. Bechern mit Bacchus. So überdreht, dass es fast ein bisschen peinlich ist. Gab’s schon hundertmal, diese Bühnenpartys, ich kann’s nicht mehr sehen, mault die Begleitung in der Pause. Mag sein. Aber es passt ja zum Stück, diesem ballet bouffon. Zum persiflierenden Ton, den aufgekratzten Oktavläufen, den schrubbenden Tonwiederholungen. Gut möglich, dass der durchschnittliche Louis-Quinze-Teenager aus gutem Hause einst heimlich Luftgeige dazu spielte in seinem Gemach. Natürlich nervt das overacting der torkelnden Truppe (ach ja! Trunkenheit ist so schwer zu spielen!), manchen Wink hätten wir auch ohne ...
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Opernwelt April 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Wiebke Roloff
arte
2./8.4. – 5.05 Uhr
Musik – Eine Reise fürs Leben.
Dokumentation von Paul Smaczny über den Dirigenten Riccardo Chailly.
3.4. – 5.05 Uhr
9.4. – 5.15 Uhr
Beethoven: Tripelkonzert.
Orchestre national du Capitole de Toulouse, Tugan Sokhiev.
4.4. – 5.05 Uhr
10.4. – 5.20 Uhr
Beethoven: 7. Symphonie.
Amsterdam 2010. Royal Concertgebouw Orchestra, Mariss Jansons.
6.4. – 18.25...
Abseits des Hauptstadtgeschehens um Covent Garden und English National Opera wird das Operndasein im Vereinten Königreich vom Tourneebetrieb bestimmt. Die Welsh National Opera bildet da keine Ausnahme. David Pountney leitet die Geschicke der walisischen Kompanie seit 2011. Sein bescheidenes Büro im Wales Millenium Centre von Cardiff – kein Vergleich zu dem luftigen...
Wir wussten, dass Gerard Mortier nicht mehr viel Zeit bleiben würde. Dass er den Tag im Mai, an dem «Opernwelt» und der «Ring Award» in Graz sein Lebenswerk mit einem neuen Preis für Musiktheater, dem «Mortier Award», würdigen werden, womöglich nicht mehr erleben könnte. Er hatte sich sehr über die Initiative gefreut und die Statuten des Preises mitbestimmt. Nun...
