Jedermann im Medienzirkus

«Helges Leben» von Mark Moebius und Karola Obermüller in Bielefeld uraufgeführt

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Das ist gewiss rekordverdächtig: Zwei junge Komponisten, Mark Moebius und Karola Obermüller, haben unter Assistenz von sechs librettistischen Zuarbeitern nach Sibylle Bergs Stück «Helges Leben» eine Oper geschrieben, die unter Mithilfe zweier Dirigenten und zweier Regisseure am 31. Mai vom Theater Bielefeld (in Kooperation mit der Deutsche Bank Stiftung und dem NRW KULTURsekretariat) erfolgreich uraufgeführt wurde.

Bergs «schönes Theaterstück» (so der Untertitel) ist eine bitterböse Satire, die das alte Spiel von Jedermann, der sein Leben verplempert, bis ihn der Tod holt, mit Errungenschaften des Medienzeitalters toppt: Drei Tiere – Tapir, Reh und Hamster – zappen im Partykeller Videos aus dem Leben der ausgestorbenen Menschen. Gott und Tod schauen zu. Hinter der Leere, die Berg hier vorführt, lauert Melancholie, hinter dem laxen, schnoddrigen Jargon die fast schon altmodische Sehnsucht nach einer heilen Welt.
Bergs schrille, abgehackte Sprache, in der die Pointen Schlag auf Schlag folgen, eignet sich allerdings kaum zur Vertonung. Musik benötigt Zeit zur Entfaltung, und mit Ironie tut sie sich recht schwer. Hinzukommt, dass Moebius und Obermüller zwei völlig unterschiedliche, ja ...

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Opernwelt Juli 2009
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Uwe Schweikert

Vergriffen
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