Italienische Kantilenen in schottischem Ambiente
Rossini war einer der ersten bedeutenden Komponisten, die den englischen Dichter Sir Walter Scott, der für die europäische Romantik eine Leitfigur war, für die Opernbühne entdeckten. Scotts Verserzählung «The Lady of the Lake» (1810) bildet die Grundlage von «La donna del lago», die im September 1819 in Neapel ihre erfolgreiche Uraufführung erlebte und sich mehr als dreißig Jahre im Repertoire der großen Opernbühnen im In- und Ausland behauptete. In Wien hat Henriette Sontag die Titelrolle gesungen.
Die Handlung hat einen historischen Hintergrund. Im Schottland des 16.
Jahrhunderts tut sich eine Gruppe rebellischer Hochlandbewohner zusammen, um König Jakob V. zu stürzen. Der verliebt sich zu seinem Unglück in Ellen, die Tochter des Rebellenführers Douglas, die wiederum dem Rebellen Roderick versprochen ist, aber dessen Kameraden Malcolm liebt. Durch die Milde des Königs kommt es zu einem allseitigen Happy End. Der verstoßene Douglas wird in Gnaden wieder aufgenommen, Ellen darf ihren Malcolm heiraten. Der im Weg stehende Roderick ist kurz zuvor im Zweikampf mit dem König gefallen.
Rossini hat diesem Sujet Töne abgewonnen, die in seinem Œuvre bis dahin neu waren. Man möchte fast von ...
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