«Ist das nicht wunderbar?»
Frau Akhmetshina, in drei Stunden singen Sie die Adalgisa. Trotzdem haben Sie sich bereit erklärt, dieses Gespräch zu führen. Sind Sie besonders cool?
Nein, nur ziemlich müde. Ich habe vergangene Nacht zwei Stunden geschlafen und bin gerade erst von Brüssel nach Wien geflogen. Da ich aber ohnehin für den Abend wach werden muss, kommt mir das hier gerade recht. Und es ist für mich sogar von Vorteil, weil ich ungern schweige und Ablenkung gut gebrauchen kann: Reden hilft – wenn ich mich auf mich selbst konzentriere, werde ich nur nervös.
Für gewöhnlich trainiere ich vor den Vorstellungen mein Italienisch, spreche mit meiner Familie oder Freunden am Telefon oder höre Musik. Für meine Make-up-Sessions habe ich sogar eine spezielle Playlist vorwiegend mit Songs aus den Fifties und Sixties, Rock’n’Roll, Funk und Jazz zusammengestellt; ich nenne sie Happy Music und tanze, so sich die Gelegenheit ergibt, gern dazu.
Oper zählt nicht zur Happy Music?
(lacht) Um Gottes Willen – bloß keine Oper! Dann doch lieber «Do you remember» von Phil Collins …
Nun, wenn das so ist, könnten Sie ja eine zweite Karriere als Jazzsängerin oder Tänzerin in Erwägung ziehen …
(lacht) Ich glaube, ich bleibe doch ...
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Opernwelt Juni 2025
Rubrik: Interview, Seite 44
von Jürgen Otten
Mitunter sind es nur feinste Nuancen, in denen sich größere Unterscheidungen ablesen lassen. Während es in Schuberts «Ständchen» nach Rellstab heißt: «Leise flehen meine Lieder / Durch die Nacht zu Dir», schließt das vierte Stück aus den «Fünf Liedern» op. 106 von Brahms mit den Worten «Dunkel klingen meine Lieder». Es ist nur ein Wimpernschlag, der beides, dort...
Lustwandeln, sich den Klängen, dem Raum, dem gedämpften Licht überlassen, das ginge auch. Aber dann verpasst man etwas; an manchen Stellen des Münchner Utopia, der ehemaligen Reithalle am Rande des Zentrums, tut sich schließlich Entscheidendes. Wie etwa der riesenhafte Corey Scott-Gilbert unter Zuckungen und Krämpfen das Wachsen einer Kiefer nachspielt, dem...
La Monnaie» begibt sich für die Opernnovität ins «Theâtre National de Wallonie». Was naheliegt, denn Michael De Cock, der Chef des Hauses für die frankophonen und frankophilen Belgier, fungiert als Librettist. Sein Text greift auf ein im Verein mit Carme Portaceli verfasstes Stück zurück. Nicht Flauberts Roman hat also den Weg zur Oper direkt vorgezeichnet, der...
