«Ist das nicht wunderbar?»

Ist es, wenn man bedenkt, dass diese Frau gerade mal 29 ist und schon jetzt an allen großen Häusern auftritt. Gleichwohl hat sich Aigul Akhmetshina ihre Bodenhaftung bewahrt sowie eine hochreflektierte Sicht auf die Welt um sich herum. Ein Gespräch über den Zauber von Kirgiz-Miyaki, falsche Frauenbilder, Multitasking und den Geschmack von Gurken

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Frau Akhmetshina, in drei Stunden singen Sie die Adalgisa. Trotzdem haben Sie sich bereit erklärt, dieses Gespräch zu führen. Sind Sie besonders cool?
Nein, nur ziemlich müde. Ich habe vergangene Nacht zwei Stunden geschlafen und bin gerade erst von Brüssel nach Wien geflogen. Da ich aber ohnehin für den Abend wach werden muss, kommt mir das hier gerade recht. Und es ist für mich sogar von Vorteil, weil ich ungern schweige und Ablenkung gut gebrauchen kann: Reden hilft – wenn ich mich auf mich selbst konzentriere, werde ich nur nervös.

Für gewöhnlich trainiere ich vor den Vorstellungen mein Italienisch, spreche mit meiner Familie oder Freunden am Telefon oder höre Musik. Für meine Make-up-Sessions habe ich sogar eine spezielle Playlist vorwiegend mit Songs aus den Fifties und Sixties, Rock’n’Roll, Funk und Jazz zusammengestellt; ich nenne sie Happy Music und tanze, so sich die Gelegenheit ergibt, gern dazu.

Oper zählt nicht zur Happy Music?
(lacht) Um Gottes Willen – bloß keine Oper! Dann doch lieber «Do you remember» von Phil Collins …

Nun, wenn das so ist, könnten Sie ja eine zweite Karriere als Jazzsängerin oder Tänzerin in Erwägung ziehen …
(lacht) Ich glaube, ich bleibe doch ...

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Opernwelt Juni 2025
Rubrik: Interview, Seite 44
von Jürgen Otten

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