«Ist das nicht wunderbar?»
Frau Akhmetshina, in drei Stunden singen Sie die Adalgisa. Trotzdem haben Sie sich bereit erklärt, dieses Gespräch zu führen. Sind Sie besonders cool?
Nein, nur ziemlich müde. Ich habe vergangene Nacht zwei Stunden geschlafen und bin gerade erst von Brüssel nach Wien geflogen. Da ich aber ohnehin für den Abend wach werden muss, kommt mir das hier gerade recht. Und es ist für mich sogar von Vorteil, weil ich ungern schweige und Ablenkung gut gebrauchen kann: Reden hilft – wenn ich mich auf mich selbst konzentriere, werde ich nur nervös.
Für gewöhnlich trainiere ich vor den Vorstellungen mein Italienisch, spreche mit meiner Familie oder Freunden am Telefon oder höre Musik. Für meine Make-up-Sessions habe ich sogar eine spezielle Playlist vorwiegend mit Songs aus den Fifties und Sixties, Rock’n’Roll, Funk und Jazz zusammengestellt; ich nenne sie Happy Music und tanze, so sich die Gelegenheit ergibt, gern dazu.
Oper zählt nicht zur Happy Music?
(lacht) Um Gottes Willen – bloß keine Oper! Dann doch lieber «Do you remember» von Phil Collins …
Nun, wenn das so ist, könnten Sie ja eine zweite Karriere als Jazzsängerin oder Tänzerin in Erwägung ziehen …
(lacht) Ich glaube, ich bleibe doch ...
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Opernwelt Juni 2025
Rubrik: Interview, Seite 44
von Jürgen Otten
Die Komponistin», so Virginia Woolf 1929 in ihrem Essay «Ein Zimmer für sich allein», «steht heute noch da, wo zu Shakespeares Zeiten die Schauspielerin stand» – im Abseits. Und sie zitiert das Verdikt eines Kritikers: «Das Komponieren einer Frau ist wie das Laufen eines Hundes auf den Hinterbeinen. Es geht nicht besonders, doch man ist überrascht, dass es...
Beim Applaus sind fast alle blutüberströmt: Polonius, der nach einer Rauferei mit Hamlet tot liegen geblieben ist; Laertes, den Hamlet bei Polonius’ Beerdigung mit einer Axt erschlagen hat; Claudius, der gleichfalls nicht entkommen konnte. Und schließlich Hamlet, weil sich Ophelia bei ihrer letzten Umarmung mit einem Küchenmesser zur Wehr zu setzen wusste. Ob auch...
Und als ich wiederkam, da – kam ich nicht wieder.» Dies Bekenntnis des Romanciers Alfred Döblin aus dem Jahr 1946 fasst das Schicksal der von den Nazis 1933 ins Exil vertriebenen oder in die innere Emigration gezwungenen Juden und ihrer verfemten Werke in einem einzigen Satz zusammen. Er gilt auch für den bereits 1934 an gebrochenem Herzen gestorbenen Komponisten...
