Irritierender Zeitfluss

Giselher Klebes «Die tödlichen Wünsche» am Landestheater Detmold; dazu ein Gespräch mit dem Komponisten

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Giselher Klebe gehörte zwischen 1960 und 1980 zu den he­rausragenden Vertretern der so genannten Literaturoper. Zwölf Bühnenwerke hat der seit 1957 in Detmold ansässige Komponist bis 1983 zur Uraufführung gebracht, als Nachzügler folgte 1995 noch «Gervaise Macquart» (OW 1/96). Seither ist es um den früher viel gespielten Komponisten still geworden. Detmold hat jetzt, als verspätetes Geburtstagsgeschenk zum achtzigs­ten Geburtstag, Klebes zweite, 1959 in Düsseldorf uraufgeführte Oper «Die tödlichen Wünsche» aus der Versenkung hervorgeholt.


Wie in allen seinen Bühnenwerken hat Klebe auch hier auf eine literarische Vorlage zurückgegriffen, Honoré de Balzacs Roman «La Peau de Chagrin». Er hat dabei klugerweise erst gar nicht versucht, die Handlungsfülle von Balzacs Gesellschaftspanorama zu vertonen, sondern «fünfzehn lyrische Szenen» um die Hauptfigur Raphael konzentriert, der im Spiel sein letztes Geld verliert, sich in der Seine ertränken will, zuvor aber in einem Kuriositätenladen eine geheimnisvolle Eselshaut – das Chagrin­leder – erwirbt, das alle Wünsche erfüllt, aber mit jedem Wunsch kleiner wird und zugleich das Leben seines Besitzers verkürzt. Als Raphael endlich aus dem ...

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Opernwelt April 2006
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Uwe Schweikert

Vergriffen
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