Gefesselte Fantasie
Dass Heinz Zednik, der Broucek der neuen Produktion von Janáceks Opernsatire an der Wiener Volksoper, als Kandidat im Nachfolgespiel um den vorzeitig aus dem Amte scheidenden Direktor Rudolf Berger kolportiert wurde (inzwischen hat er zu verstehen gegeben, dass er nicht mag), ist nicht ohne Pikanterie. Nicht Zedniks, sondern der von ihm verkörperten Figur wegen, des Prager Hausbesitzers und Spießbürgers, dem es vor allem um das Ausleben seiner kulinarischen Lebensphilosophie geht. Gerade Letztere, umgelegt auf das Profil eines Theaters, prägt derzeit die Diskussion um die Volksoper.
Denn die Zukunft des Hauses als reines Operettentheater wird als Möglichkeit wieder einmal ventiliert. Dies eventuell als Ableger der Staatsoper, in der die Operette – mit Ausnahme der «Fledermaus» zu Silvester – ja keine Heimstatt hat. Mittlerweile lancierte die Belegschaft der Volksoper ein Komitee gegen eine eventuelle Vereinnahmung durch die Staatsoper und fand unter anderem mit Klaus Bachler, dem Burgtheaterdirektor und designierten Intendanten der Bayerischen Staatsoper, sowie dem Zürcher Opernchef Alexander Pereira auch bereits prominente Unterzeichner.
Den Broucek spielt Heinz Zednik ...
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Carlo Gozzi macht es heutigen Lesern nicht gerade leicht, ihn zu mögen: Er war nicht nur stockkonservativ, er wusste auch alles besser. Neuerungen waren ihm suspekt: Die italienische Literatur (so schreibt er in seinen Memoiren, denen er den koketten Titel «Unnütze Erinnerungen» gibt) «wurde durch verdrehte, ehrgeizige Fanatiker, die heutzutage um jeden Preis für...
Herr Klebe, Sie haben eine Oper über Balzacs «La Peau de Chagrin», einen der Romane der «Comédie humaine», komponiert. Wie kam es zur Wahl dieses Stoffs?
Es ist jetzt fast fünfzig Jahre her, seit ich «Die tödlichen Wünsche» geschrieben habe. Ich habe damals mit meiner Frau zusammen sehr viel Balzac gelesen und war spontan überzeugt, dass das ein Opernstoff wäre....
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