Ironisch verschwipst
Nein, auf altdeutsche Traulich- und Knorrigkeit braucht eine aktuelle «Meistersinger»-Interpretation nicht zu verzichten, wenn man sie nicht eins zu eins und zum Anlass für nationale Einpeitschungsrituale nimmt. Nigel Lowerys Tribut an Butzenscheibenästhetik und wuseligen Detailreichtum zielt eher auf ironische Verschwipsung, Pathosreduktion, verkleinerte Perspektiven. Die große, breite Wagnerkomödie wird durchs umgekehrte Fernrohr betrachtet.
Liebevolle Blicke sind das im Nationaltheater Mannheim, sogar das Parkett ist in die Handlung einbezogen: Lowery kümmert sich schier um alles Sichtbare – bis zu den wie von Dürer abgemalten Kostümen der skurrilen Meister. Deutet das auf besondere Konfrontationen, auf ein angeheiztes theatralisches Debattenklima im sinnfällig gemachten Streit um Kunst und Lebensart? Wohl kaum, denn Lowerys Spektakel ist bunt geraten, fast kunterbunt, und außer der Vermeidung feierlich angestrengter Geschwollenheit möchte man ihm keine Tendenz unterschieben.
Ein Kasten verengt den Spielrahmen demonstrativ; fast muss man an Puppentheater denken, und tatsächlich werden bei der Prügelszene und den finalen Zunftaufmärschen Puppen zum Einsatz gebracht. Hinter dem ...
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Opernwelt Dezember 2018
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Hans-Klaus Jungheinrich
Mit diesem Werk wagte Suppé 1885 noch einmal den Sprung zurück ins Operngenre und zugleich in seine dalmatinische Heimat. «Il Ritorno del Marinaio» spielt auf der Insel Hvar, damals Lisina, und es lag bestimmt am lokalen Kolorit, dass der im Spoleto genannten Split geborene und dort aufgewachsene Operettenfürst nach diesem Stoff griff. Am Libretto jedenfalls lag...
alpha
02.12. – 20.15 Uhr
Bach: h-Moll Messe
Chor des BR
09.12. – 20.15 Uhr
Jansons dirigiert Berg und Bruckner
Chor des BR
16.12. – 20.15 Uhr
Hengelbrock dirigiert Mozart
30.12. – 20.15 Uhr
Jansons dirigiert Dvořák
arte
03.12. – 00.40 Uhr
Mozart: Die Zauberflöte
Théâtre La Monnaie, Brüssel
ML: Manacorda, I: Castellucci, S: Bretz, van Ingelgem, Noldus, Karthäuser,...
Man kann nicht behaupten, dass in Donaueschingen Musiktheater je eine zentrale Rolle spielte. Gewiss, immer wieder standen bei den Musiktagen auch szenische, performative, gar partizipatorische Formate auf dem Prüfstand, etwa als Alvin Curran 2006 in «Oh Brass On The Grass Alas» örtliche Musikvereine auf dem Grün vor einer Sporthalle «choreografierte». Doch...
