Kroatische Kostbarkeit

Franz von Suppés Spätwerk «Il Ritorno del Marinaio» erstmals auf Tonträger

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Mit diesem Werk wagte Suppé 1885 noch einmal den Sprung zurück ins Operngenre und zugleich in seine dalmatinische Heimat. «Il Ritorno del Marinaio» spielt auf der Insel Hvar, damals Lisina, und es lag bestimmt am lokalen Kolorit, dass der im Spoleto genannten Split geborene und dort aufgewachsene Operettenfürst nach diesem Stoff griff. Am Libretto jedenfalls lag es nicht.

Doch verschaffte ihm die konventionelle Handlung Gelegenheit, mehrere kroatische Kostbarkeiten feilzubieten, darunter den Nationaltanz Kolo, der 50 Jahre später durch Jakov Gotovacs Oper «Ero der Schelm» einen gewissen Bühnenruhm erlangen sollte, sowie eine Slovanka, die es auch bei Johann Strauß gibt. Und schließlich noch etwas, das es gar nicht gibt, eine «Lesiniana» nämlich – so nannte der Wahl-Wiener Suppé seine Version des langsamen Walzers.

Der Rest ist viel Verdi und ein wenig Lortzing. Alles jedoch individuell anverwandelt, prachtvoll kantabel in den Arien und Chören, intelligent, originell in den Duetten, seien sie schmachtend oder komisch geraten. Allerdings ist bei solchen Vergleichen  Vorsicht geboten. Die Introduktion des «Marinaio» etwa verrät szenisch wie musikalisch verblüffende Ähnlichkeiten ...

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Opernwelt Dezember 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Volker Tarnow

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