Inspiriert
Vor einigen Monaten beklagte Reinhard Goebel, Gründer und langjähriger Leiter des legendären Ensembles Musica Antiqua Köln, eine überbordende Entdeckerwut der Alte-Musik-Szene: Es würden viel zu viele Werke ans Tageslicht befördert, die man lieber im Staub der Archive hätte weiterschlafen lassen sollen. Die Kompositionen, die auf den hier vorzustellenden Alben zum Klingen erweckt werden, dürften allerdings nicht unter dieses strenge Verdikt fallen, im Gegenteil: Hier handelt es sich durchwegs um hörens- und kennenswerte Musik.
Andrea De Carlo engagiert sich gemeinsam mit seinem Ensemble Mare Nostrum in einem «Stradella Project», das sich mit der Kunst eines der bedeutendsten italienischen Komponisten des späten 17. Jahrhunderts auseinandersetzt. Mehrere Oratorien Stradellas haben die Musiker bereits eingespielt, jetzt folgt mit «Santa Pelagia», der Geschichte einer Hure, die zur Heiligen wurde, die Einspielung eines Werks, das bereits in einer vor zehn Jahren veröffentlichten Aufnahme eines anderen Ensembles vorliegt. De Carlo interpretiert die einzige überlieferte Quelle des Oratoriums aber anders als seine Vorgänger und sieht in den dort zu findenden Instrumentalritornellen und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Seit dem Umzug ins Lincoln Center 1966 hat die Met erst zwei «Normas» herausgebracht (1970 und 2001) – in Sachen Düsternis und Unbeweglichkeit stand die eine der anderen nicht nach. Jetzt hat David McVicar einen neuen Versuch unternommen. Die Bühne zeigt ein waldig-nebliges Gallien, das nach «Game of Thrones» aussieht. Das erste Bild ließe sich auch als Caspar...
JUBILARE
Günter Neuhold wurde in Graz geboren und studierte an der dortigen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Dirigieren. Anschließend setzte er seine Studien bei Franco Ferrara in Rom und bei Hans Swarowsky in Wien fort. 1972-80 folgten Engagements an verschiedene Bühnen in Deutschland, darunter Hannover und Dortmund, wo er als 1. Kapellmeister tätig...
Dass zwei Festivals am selben Strang ziehen, ist ein Glücksfall für Italien – normalerweise bestimmt scharfer Wettbewerb den Umgangston. Doch in dieser Hinsicht hatte das vor 40 Jahren gegründete Festival Barocco di Viterbo in letzter Zeit ohnehin keine guten Karten. Weil man sich meist auf Nachwuchskräfte aus den USA verließ, die für ihre Mitwirkung auch noch...
