Meister und Doriclea: Emőke Baráth und Dirigent Andrea De Carlo; Foto: Festival/Valerio Nicolosi
Mit vereinten Kräften
Dass zwei Festivals am selben Strang ziehen, ist ein Glücksfall für Italien – normalerweise bestimmt scharfer Wettbewerb den Umgangston. Doch in dieser Hinsicht hatte das vor 40 Jahren gegründete Festival Barocco di Viterbo in letzter Zeit ohnehin keine guten Karten.
Weil man sich meist auf Nachwuchskräfte aus den USA verließ, die für ihre Mitwirkung auch noch zahlen sollten? Weil so immer weniger interessante Produktionen ins Programm fanden, was nicht zuletzt die frühe Oper betraf, eigentlich die Kernkompetenz Viterbos? Wachsender Unmut im Publikum veranlasste die Stadt, für das Programm 2017 beim höchst umtriebigen Festival Alessandro Stradella im 40 Kilometer südlich gelegenen Nepi anzuklopfen. Man schloss sich zusammen – und schuf damit nicht nur die größten Festspiele ihrer Art in Italien, sondern gleich eine ganze Barock-Region, die auch Baudenkmäler in der Provinz Viterbo und bis hinunter nach Rom einbezieht.
Den musikalischen Schwerpunkt bildet die Römische Schule des 17. Jahrhunderts: Im ersten Jahr kamen eine Oper, ein Oratorium und 17 Konzerte auf die Bühne, gerahmt von Konferenzen, Vorträgen, Meisterklassen. Für Finanzierung, Logistik und Talentsuche legten sich ...
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Mimì und Musetta in Schnürstiefeln der Belle Epoque, die Hungerkünstler in einer Mansarde à la Paris um 1830 – das war ein echter Langzeitrenner an Covent Garden: 41 Jahre lief John Copleys deutungsfrei plüschige «Bohème»-Inszenierung im Royal Opera House zu London; auf 25 Revivals hatte die Produktion es gebracht, als sie 2015 ausgemustert wurde. Für die letzte,...
alpha
01.11. – 20.15 Uhr
Jansons dirigiert Verdi – Messa da Requiem
Mariss Jansons ist bekannt für seine akribische Kenntnis der Partitur und die tiefe seelische Verbundenheit zu einem Werk, die er unmittelbar an die Musiker weitergeben kann. Zu Ehren des 200. Geburtstags von Giuseppe Verdi hat er 2013 mit dem Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks...
Im Mindener Stadttheater, 526 Plätze klein, fehlt nicht viel, und diejenigen, die in der ersten Parkettreihe sitzen, könnten sich am Schwert Nothung schneiden oder den Drachen Fafner am Schwanz fassen. In dem schwarzlichtern sich windenden Monster verbergen sich Schüler des örtlichen Ratsgymnasiums. Doch wer deshalb meint, das Wagnerwunder von Minden in Westfalen...
