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Opernwelt April 2009
Rubrik: Service, Seite 60
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Verspielt

Im Musiktheater unserer Tage wird gern die kritische Philosophie als Stichwortgeber bemüht. Von Adorno bis zu Peter Sloterdijk und von Horkheimer bis zu Giorgio Agamben reicht die Palette der Vordenker, deren Analysen zum schlechten Stand der Welt die (im Programmheft mitgelieferte) Folie für manche Regiearbeit bilden, die eine radikale Neubefragung, wenn nicht...

Gleißende Düsternis

Da sitzt er nun am Lido in Venedig, so steif wie sein Anzug, und quält sich mit Selbstzweifeln, während die anderen dem bunten Strandtreiben nachgehen. Dichterfürst Gustav von Aschenbach ist vor einer Schaffenskrise nach Italien geflohen, aber seine Lebenslüge holt ihn unbarmherzig ein, und seine unterdrückten Triebe geraten in einen letztlich tödlichen Konflikt...

Alberich als Jedermann

Um Hermann Becht war Freundlichkeit, Fairness und ein untrüglicher Sinn für Gerechtigkeit. Auf langen, entnervenden Proben konnte er, ohne ein Wort, seine Kolleginnen und Kollegen zum Durchhalten ermuntern. Aber wenn eine Probe sinnlos war, eine Disposition unprofessionell, ein Regisseur auf unangenehme Weise egoman, dann machte er den Mund auf und sagte, was Sache...