Editorial
Ein Symbol Berlins? Na klar, das Brandenburger Tor. Die Opernhäuser jedenfalls sind es nicht. Haben sie eine Chance, es jemals zu werden? Wie könnten sie dahin kommen? «Zwischen Aufbruch und Ärgernis» hieß ein Diskussionsabend am 16. Februar, zu dem «Opernwelt» gemeinsam mit der Stiftung Zukunft Berlin und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste eingeladen hatte. Das Kulturzentrum Radialsystem am Ostbahnhof war überfüllt, zwischen 700 und 800 Gäste werden es wohl gewesen sein.
Wie stabil ist die wirtschaftliche Zukunft der drei Opernhäuser? Können, sollen, müssen wir damit leben, dass im Schnitt pro Abend 1500 Plätze leer bleiben in Berlin? Ist die ästhetische Vielfalt groß und kontrastreich genug, um den finanziellen Aufwand zu rechtfertigen? Wie könnten Projekte (nicht nur Spielpläne) aussehen, die Berlin als Ereignisraum mit besonderen Chancen aber eben auch besonderen Herausforderungen begreifen und nutzen? Solche Fragen treiben viele Menschen um – nicht nur diejenigen, deren Arbeitsplatz davon abhängt.
Auf dem Podium, neben den drei Berliner Opernchefs: Klaus Zehelein, der Präsident des Deutschen Bühnenvereins, und Gerard Mortier, der aus Paris weiß, was es heißt, wenn ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Mit ihrem Rosenkavalier werde die Musikwelt «stimmlich und darstellerisch auch in besonderen Fällen rechnen können», prophezeite die Grazer «Tagespost» am 9. November 1949 nach dem sensationellen Debüt der erst 25-jährigen Hertha Töpper im dortigen Opernhaus. Und in der Tat: Der Octavian wurde die zentrale, wurde die Schicksalspartie in der Karriere der...
Bis heute ist er umstritten. In Jürgen Kestings neuer, zweieinhalbtausend Seiten umfassender Ausgabe von «Die großen Sänger» sind Max Lorenz gerade mal eineinviertel Seiten gewidmet. Unter der Überschrift «Hitze und Hysterie» heißt es, sein Singen habe «den Charme des Kasernentons». Und dann wird Hitlers Parade-Siegfried mit einem einzigen Satz vernichtet: «Es gibt...
In den achtziger Jahren begann das italienische Label Nuova Era den auf dem Opernsektor etwas festgefahrenen Schallplattenmarkt durch Ausgrabungen oft entlegener Werke vor allem aus der Ära des Belcanto aufzumischen. Der Reiz der Neuheit musste bei diesen Publikationen oft beträchtliche klangtechnische und auch künstlerische Defizite aufwiegen. Sobald der...
