Sogkraft, Süffiges und Seichtes

CDs Faramondo (Fasolis) | Ezio (Curtis) | Alcina (Curtis) | R. Villazón: Händel (McCreesh) | I. Bostridge: Great Handel (Bicket) | S. Kermes: La Diva. Arias for Cuzzoni (Katschner) | Ch. Schäfer: Alcina – Arias and Suites (Kussmaul)

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Das letzte Jubiläum hatte es in sich. Als vor knapp einem halben Jahrhundert der 300. Geburtstag Georg Friedrich Händels gefeiert wurde, herrschte Aufbruchstimmung bei Opernhäusern, Interpreten und Schallplattenproduzenten. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Händels Opern auf den Spielplänen lediglich Randrepertoire, etliche Bühnenwerke des Komponisten lagen zudem entweder noch gar nicht oder nur in stilistisch bereits damals fragwürdigen Aufnahmen vor. Und auch die historische Aufführungspraxis begann sich erst langsam an das Thema Händel heranzutasten.

Zwar hatten Jean-Claude Malgoire («Serse», «Rinaldo» und «Tamerlano»), Alan Curtis («Admeto») und Sigiswald Kuijken («Partenope») schon seit Ende der siebziger Jahre begonnen, Händel auf historischen Instrumenten einzuspielen, doch eine «Bewegung» hatten diese isolierten Pioniertaten nicht auslösen können. Aus heutiger Perspektive sorgte tatsächlich das Jubiläumsjahr für eine Dynamik, die Händels Opern zu ungeahnter Popularität verhelfen sollte: Bahnbrechende Aufnahmen wie Richard Hickox’ «Alcina» und John Eliot Gardiners «Tamerlano» entstanden in diesem Umfeld, und schon wenige Jahre später war die historische Aufführungspraxis zum ...

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Opernwelt April 2009
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Jörg Königsdorf

Vergriffen
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