In Zukunft wird alles anders
Die Alarmzeichen stehen auf Rot. New York steckt in einer ernsten Opernkrise, und das nicht erst seit gestern. Die Metropolitan Opera, mit 3995 Plätzen eines der größten Häuser der Welt, setzt zu wenige Karten ab, viel zu wenige. Bis vor etwa fünf Jahren konnte man davon ausgehen, dass das Haus jeden Abend ausverkauft war, dafür sorgten allein schon der Mythos Met, die immer noch halbwegs glanzvolle Reputation, jene beinharten New Yorker Opernfans, die seit 1950 keine Aufführung verpassten, und die Touristen. Die einzigen Stücke, die nicht liefen, waren «Wozzeck» und «Lulu».
Seit dem 11. September 2001 hat sich das gründlich geändert. Jetzt dämmern fast jeden Abend leere Reihen im riesigen Raum. Egal, ob «Falstaff» mit Bryn Terfel, «Così» mit Magdalena Kozená oder «Ariadne auf Naxos» mit Violeta Urmana und Susan Graham: Überall tun sich publikumsfreie Flächen im Parkett auf, und auch die Ränge sind oft eher spärlich besetzt. Sicher, wenn die Met nur halbvoll ist, sitzen da immer noch genug Menschen, um jedes europäische Opernhaus bis auf den letzten Platz zu füllen. Trotzdem ist die Lage bedenklich. Selbst Plácido Domingo garantiert inzwischen kein «Ausverkauft» mehr. Nur Renée ...
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