In Zukunft wird alles anders
Die Alarmzeichen stehen auf Rot. New York steckt in einer ernsten Opernkrise, und das nicht erst seit gestern. Die Metropolitan Opera, mit 3995 Plätzen eines der größten Häuser der Welt, setzt zu wenige Karten ab, viel zu wenige. Bis vor etwa fünf Jahren konnte man davon ausgehen, dass das Haus jeden Abend ausverkauft war, dafür sorgten allein schon der Mythos Met, die immer noch halbwegs glanzvolle Reputation, jene beinharten New Yorker Opernfans, die seit 1950 keine Aufführung verpassten, und die Touristen. Die einzigen Stücke, die nicht liefen, waren «Wozzeck» und «Lulu».
Seit dem 11. September 2001 hat sich das gründlich geändert. Jetzt dämmern fast jeden Abend leere Reihen im riesigen Raum. Egal, ob «Falstaff» mit Bryn Terfel, «Così» mit Magdalena Kozená oder «Ariadne auf Naxos» mit Violeta Urmana und Susan Graham: Überall tun sich publikumsfreie Flächen im Parkett auf, und auch die Ränge sind oft eher spärlich besetzt. Sicher, wenn die Met nur halbvoll ist, sitzen da immer noch genug Menschen, um jedes europäische Opernhaus bis auf den letzten Platz zu füllen. Trotzdem ist die Lage bedenklich. Selbst Plácido Domingo garantiert inzwischen kein «Ausverkauft» mehr. Nur Renée ...
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Opern nach Shakespeares «Sturm» haben derzeit Hochkonjunktur: Die Uraufführung von Thomas Adès’ Vertonung liegt noch nicht lange zurück (siehe OW 4/2004 und 1/2006), da lässt Luca Lombardi mit «Prospero» in Nürnberg die gute alte Literaturoper wieder auferstehen (Libretto: Friedrich Christian Delius). Helmut Oehring dagegen nutzt in «Unsichtbar Land» mit dem...
In den Kulturmetropolen Nordamerikas und Europas ist Kunst aus China gegenwärtig le dernier cri. Mit dem Aufstieg der Milliarden-Nation zur Wirtschaftssupermacht ist auch das Interesse an Erzeugnissen des sich zaghaft der Aufsicht durch die kommunistische Partei entwindenden chinesischen Kulturbetriebs sprunghaft angewachsen. Die Regisseure Chen Kaige, Zhang Yimou...
Da war sie mal wieder, die Tristesse, die unserem guten, alten Stadttheater zu schaffen machen kann. Da müht sich die Freiburger Oper rechtschaffen mit einer deutschen Erstaufführung ab, zählt also auf die Neugier ihres Publikums. Und was geschieht? Bereits am zweiten Abend von Michaël Levinas‘ Genet-Vertonung «Les Nègres» bewegt sich der «Andrang» nur knapp...
