Chinesische Kontraste
In den Kulturmetropolen Nordamerikas und Europas ist Kunst aus China gegenwärtig le dernier cri. Mit dem Aufstieg der Milliarden-Nation zur Wirtschaftssupermacht ist auch das Interesse an Erzeugnissen des sich zaghaft der Aufsicht durch die kommunistische Partei entwindenden chinesischen Kulturbetriebs sprunghaft angewachsen.
Die Regisseure Chen Kaige, Zhang Yimou und Zhan Yuan zählen inzwischen zum internationalen Film-Establishment, Bilder der Maler Zhang Xiaogang und Yue Ming erzielen auf New Yorker Auktionen sechsstellige Dollarpreise, die Komponisten Tan Dun und Cong Su werden als Neue-Musik-Stars durch westliche Klassiktempel gereicht. Die Regierung in Beijing hat erkannt, dass ihr ein solcher Kulturtransfer eher nutzt als schadet – gleichsam als PR-Kampagne, mit der sich die staatskapitalistisch gewendete Diktatur von Maos Gnaden im Westen als weltoffenes Gemeinwesen präsentieren kann.
Ohne die vor dreißig Jahren, nach dem Ende der Kulturrevolution, eingeleitete Liberalisierung der schönen Künste hätte wohl auch das Berliner Haus der Kulturen der Welt keine Chance gehabt, von März bis Mai ein mehrwöchiges Festival mit zeitgenössischen Proben aus den Ateliers, ...
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Auf CDs von Vesselina Kasarova fehlt Händel fast gänzlich. Erstaunlich genug, denn ihrem samtig verbrämten, koloraturflockigen Mezzo ist Barockes jederzeit zuzutrauen. Mit der Titelpartie in «Ariodante» gab Kasarova jetzt so etwas wie ihr großes, szenisches Händel-Debüt. Und zeigte, dass Nicht-Spezialistinnen heute die aussagekräftigeren, vielschichtigeren...
Da war sie mal wieder, die Tristesse, die unserem guten, alten Stadttheater zu schaffen machen kann. Da müht sich die Freiburger Oper rechtschaffen mit einer deutschen Erstaufführung ab, zählt also auf die Neugier ihres Publikums. Und was geschieht? Bereits am zweiten Abend von Michaël Levinas‘ Genet-Vertonung «Les Nègres» bewegt sich der «Andrang» nur knapp...
West-Berlin, Akademie der Künste, 29. Januar 1981. Eine bis dahin noch nie in Erscheinung getretene Gruppe um den Regisseur Henry Akina zeigt Poulencs «Voix humaine», Ned Rorems «Poems of Love and Rain» und Janáceks «Tagebuch eines Verschollenen». Der Spiritus Rector inszeniert, die musikalische Leitung hat Ivan Törzs. Drei Novitäten auf dem Berliner Spielplan....
