In Wotans Zuchtstation

Wagner: Die Walküre an der Oper Köln

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Eine Weile war es Mode, Wagners Tetralogie auf vier Regisseure zu verteilen. Das Ideal der stringenten Erzählung eines einzigen Leitungsteams wurde dem Versprechen multipler Perspektiven auf das monumentale Werk geopfert. In Köln liegt der im vergangenen Oktober begonnene «Ring» ganz klassisch in der Hand eines Teams. Doch nach der «Walküre» fragt man sich, wo sich die Zusammenhänge zwischen den ersten beiden Abenden versteckt haben mögen – sie drängen sich weder ästhetisch noch dramaturgisch auf, Ausnahme ist das Kinder-Motiv, das nun, aber makaber, weitergedacht wird.

Im «Rheingold» zeigte Regisseur Paul-Georg Dittrich den Goldschatz als ein Kollektiv von Kindern und deutete den Urzustand als kindliche Unschuld, das Erwachsenwerden als zivilisatorische Verlustgeschichte. Wotan saß mit Flügelhelm vor gemalten Wolkenprospekten in einer Mondsichel und angelte, in Nibelheim hingen dann leblose Kinder in einem Rhönrad vor verdüsterter Szene, Wotan dort im schwarzen Gehrock. In der «Walküre» trägt Wotan im zweiten Akt nun einen scharf getrimmten blonden Kurzhaarschnitt und eine Uniform aus orangefarbenem Satin mit schneidigen Schaftstiefeln. In irritierendem Orange ist auch das ...

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Opernwelt Mai 2026
Rubrik: Panorama, Seite 62
von Regine Müller

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