In Schwingung

Paris | Châtelet | Adams: Nixon in China

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Es ist ein ganz seltsames Stück. Einerseits politische Oper, andererseits humorvoller Kommentar eines bedeutenden historischen Ereignisses. Ernst gemeintes Pathos wechselt mit luziden Passagen. Dazu kommt ein redundanter Tonsatz mit großflächigen, repetitiven Mosaiken und darin eingesponnenen, vorwiegend feinen Kantilenen. Stofflicher Dreh- und Angelpunkt des Ganzen ist die Reise Richard Nixons nach Peking im Februar 1971. Das Treffen gilt als wichtiger, positiver Einschnitt in den bis dahin kühlen Beziehungen zwischen den beiden Nationen.

Dass sich zwischen Mao und Nixon über die reine Diplomatie hinaus fast freundliche Bande entwickelten, lag wohl wesentlich an den kontaktfreudigen Gattinnen.

1987 wurde John Adams’ Oper in Houston uraufgeführt. Wie bei seinen anderen Bühnenwerken verstand sich der Komponist auch während der Arbeit an «Nixon in China» nicht bloß als Lieferant der Musik, er stimmte sich vielmehr eng mit Regisseur Peter Sellars und der Librettistin Alice Goodman ab. Das Ergebnis überzeugt vor allem hinsichtlich der Dramaturgie und des Spiels mit politischen wie kulturellen Klischees. Zunächst treffen sich die Staatenlenker ganz staatsmännisch und formell am ...

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Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Jörn Florian Fuchs

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