In Schwingung

Paris | Châtelet | Adams: Nixon in China

Opernwelt - Logo

Es ist ein ganz seltsames Stück. Einerseits politische Oper, andererseits humorvoller Kommentar eines bedeutenden historischen Ereignisses. Ernst gemeintes Pathos wechselt mit luziden Passagen. Dazu kommt ein redundanter Tonsatz mit großflächigen, repetitiven Mosaiken und darin eingesponnenen, vorwiegend feinen Kantilenen. Stofflicher Dreh- und Angelpunkt des Ganzen ist die Reise Richard Nixons nach Peking im Februar 1971. Das Treffen gilt als wichtiger, positiver Einschnitt in den bis dahin kühlen Beziehungen zwischen den beiden Nationen.

Dass sich zwischen Mao und Nixon über die reine Diplomatie hinaus fast freundliche Bande entwickelten, lag wohl wesentlich an den kontaktfreudigen Gattinnen.

1987 wurde John Adams’ Oper in Houston uraufgeführt. Wie bei seinen anderen Bühnenwerken verstand sich der Komponist auch während der Arbeit an «Nixon in China» nicht bloß als Lieferant der Musik, er stimmte sich vielmehr eng mit Regisseur Peter Sellars und der Librettistin Alice Goodman ab. Das Ergebnis überzeugt vor allem hinsichtlich der Dramaturgie und des Spiels mit politischen wie kulturellen Klischees. Zunächst treffen sich die Staatenlenker ganz staatsmännisch und formell am ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Jörn Florian Fuchs

Weitere Beiträge
«Ich bin keine Traviata»

Frau Dessay, auf YouTube berichten Sie über die Stimmband-Operationen, die Sie in den Jahren 2002 und 2004 über sich ergehen lassen mussten. Warum war im Krankenhaus eine Kamera dabei?
Eine Freundin, die Filme macht, war zufällig in der Nähe, also rief ich sie an und sagte: «Komm doch vorbei!» Es war keine große Absicht dahinter. Die Sache ist die: Wenn ein Sänger...

Raus aus der Scheinwelt

Herr Koch, wer ist schuld an der Misere der fünfzehn «Ring»-Stunden? Alberich? Oder doch die Rheintöchter, weil sie ihn verlockt haben?
Das ist die große Frage. Beide Seiten wahrscheinlich. Ich sehe Alberich nicht als Alleintäter. Er ist mir auch nicht unsympathisch. Gerade in der Konfrontation mit Wotan verstehe ich manche seiner Handlungen und Reaktionen. Aber...

Etappensieg

Es war der bis dahin wichtigste Abend seiner Karriere: Nachdem er Tamino und lange Florestan gesungen und sich über den «Meistersinger»-David, den «Holländer»-Steuermann und Rienzi ans Wagner-Fach herangearbeitet hat, debütierte der Niederösterreicher Andreas Schager jetzt als Siegfried beim «Ring» in Halle und Ludwigshafen – und eroberte die Herzen des Hallenser...