Wachgeküsst

Das kleine Theater in Annaberg-Buchholz bringt Carl Goldmarks vergessene Goethe-Oper «Götz von Berlichingen» auf die Bühne

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Wenn man von Chemnitz aus mit der Erzgebirgsbahn durch das märchenhaft-idyllische Zschopautal fährt und im bergig gelegenen Annaberg ankommt, glaubt man sich auf einer Zeitreise zu befinden. Hier oben gehen die Uhren anders als im «Tiefland», Hektik ist hier ein Fremdwort, Ort und Umgebung laden ein zur Beschaulichkeit. Das gilt auch für das Theater, das 1893 erbaut und nach dem großen Schauspieler Eduard von Winterstein benannt wurde, der hier seine ersten Erfolge feierte. Es verfügt über 295 Plätze, gerade genug für eine Stadt mit 21 000 Einwohnern.

Und ist wohl ein idealer Platz, um ein Werk wie Carl Goldmarks «Götz von Berlichingen» aus einem über hundert Jahre währenden Dornröschenschlaf zu erlösen.

Carl (Károly) Goldmark (1830-1915) ist in der Musikgeschichte zwar ein Begriff geblieben, seine Werke werden aber in der Oper wie im Konzertsaal kaum noch gespielt. Mit seinem chef-d’œuvre «Die Königin von Saba» war ihm 1875 ein Welterfolg gelungen, an den er später nicht mehr anschließen konnte. Das Stück ist ein Musterbeispiel deutscher Grand Opéra mit exotischem Kolorit. Die Arie «Magische Töne, berauschender Duft» gehört seit Leo Slezak zu den Vorzeige-Stücken großer Tenöre. ...

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Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Ekkehard Pluta

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