In neuem Licht
Das Theater Basel war nicht wiederzuerkennen. Der Zuschauerraum fand auf der weit geöffneten Bühne eine spiegelsymmetrische Fortsetzung, längs durch den ganzen Raum zog sich ein schwarzer Laufsteg, der, absinkend und wieder aufsteigend, von der einen Seite zur anderen führte. Er war beidseits gesäumt von Publikum – außer dort, wo zwei Flächen frei blieben für die Instrumentalisten auf der einen Seite, die Darsteller auf der anderen. Geradezu minimalistisch gab sich die Bühne von Christof Hetzer.
Aber sie sorgte dafür, dass der Zuschauer, die Zuhörerin mittendrin im Geschehen saßen. Und das schon vor dem eigentlichen Beginn, denn während man seinen Platz aufsuchte, empfingen einen schon Klänge aus der Ouvertüre in Endlosschleife. Rasch tauchte man also ein in das Spiel um Macht und Liebe – oder genauer: um deren Vereinbarkeit. Das ist, was Dido möchte: Herrschende und Liebende zugleich sein. Wie man weiß, misslingt es ihr.
Vor dem Untergang der unglücklich liebenden Herrscherin gibt es in «Didone abbandonata», dem außerordentlich beliebten, vielfach vertonten Libretto von Pietro Metastasio, ein Auf und Ab der Kräfteverhältnisse. Die Basler Produktion stellt es plastisch ins Licht – ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2019
Rubrik: Panorama, Seite 35
von Peter Hagmann
Diesem Mann ist nicht zu helfen. Während seine einstige Liebe Stella im Theater singt, sehen wir den erfolglosen Dichter Hoffmann im Bistro nebenan, hin- und hergerissen zwischen Schreiben und Trinken. Um ihn herum stapeln sich die getippten Manuskriptseiten, aus dem Off erklingen die Geister des Bieres und des Weins, bis er schließlich betrunken am Boden liegt....
Für Wilhelm Furtwängler war er der «schwärzeste Bass» auf Erden, aber es ist nicht allein dieser Superlativ, der Gottlob Frick (1906-1994) zu einem Jahrhundertsänger machte. Ein unverwechselbares Timbre, makellose Technik und eine unbestechliche künstlerische Integrität zeichneten ihn aus und sicherten seinen Nachruhm. Mehr als fünf Jahrzehnte lang (1934-1985) war...
Den Psychothriller des italo-amerikanischen Neoveristen mit dem grotesken Bilderbogen des seriellen Nachkriegsavantgardisten, sprich: Gian Carlo Menottis «The Medium» und Bruno Madernas «Satyricon», zu einem Doppelabend zusammenzuspannen, mochte zunächst irritieren, erwies sich aber als höchst hintersinnige, ja geradezu spannende Konfrontation zweier nur scheinbar...
