In Langeweile versickert

Julian Prégardien scheitert an Schuberts «Schöner Müllerin»

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Mehr als 250 Aufnahmen von Schuberts Liederzyklus «Die schöne Müllerin» listet eine Diskographie im Internet auf; Jahr für Jahr kommen neue hinzu. Um bei solchem Massenandrang aufzufallen, muss man mehr zu bieten haben als nur schönen Gesang. Die Einspielung, die Julian Prégardien und sein Klavierpartner Kristian Bezuidenhout nun vorlegen, macht zunächst neugierig.

Eine hellere Tenorstimme (die Lage, für die diese Lieder ursprünglich auch gedacht sind), dazu noch ein Sänger mit Erfahrung in historisch informierter Aufführungspraxis, außerdem ein farbenreiches Fortepiano der Schubert-Zeit: Das verspricht eine ideale Klangbalance. Worauf Prégardien und Bezuidenhout mit ihrem Experiment zielen, ist eine dem Werk angemessene Intimität, eine klangliche Landschaft abseits aller Theatralik: die Erzählung einer todtraurigen und doch ganz alltäglichen Liebesgeschichte nicht im prätentiösen Opernstil, sondern eher in der beiläufig-zurückhaltenden Diktion eines heutigen Singer-Songwriters.

Zunächst ist man einfach überrascht von der Nonchalance, mit der die beiden gleich in den ersten Liedern agieren: mit frischen Tempi, einem elastischen Klavierton und einem leichten, oft geradezu ...

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Opernwelt November 2024
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 37
von Uwe Schweikert

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