In höheren Sphären
Das Opernhaus Zürich ist «Opernhaus des Jahres». Aktuell. Vielleicht muss man aber weit zurückgehen, um dieEigenheit dieses Hauses zu begreifen. Etwa in die Corona-Zeit. Es ist der Herbst 2020. Abstandsregeln machen in Deutschland Aufführungen nahezu unmöglich. Am Zürichsee ist man da entspannter, ins Opernhaus dürfen 900 von potenziell 1150 Gästen, aber das ist nicht der Punkt, um den es hier geht. Denn: Die Orchestermusikerinnen und -musiker müssen ja auch Abstand zueinander halten.
Die Zürcher Lösung, in ihrem Pragmatismus symptomatisch für dieses Haus: Das Orchester der Philharmonia Zürich sitzt im Orchesterprobenraum, einen Kilometer von der Oper entfernt, auch der Chor ist dort. Was der Chor singt, was das Orchester spielt, wandert auf direktem Weg durch ein Glasfaserkabel ins Opernhaus und dort in die Lautsprecheranlage. Auf der Bühne selbst befinden sich nur die Gesangssolistinnen und -solisten.
Natürlich gab es damals Kollegen, die die Nase rümpften – Oper aus dem Lautsprecher könne man sich auch zu Hause anhören. Aber dort stehen keine singenden Menschen herum, selten jedenfalls, außerdem beeindruckte das Ergebnis. Wichtiger aber war die Botschaft: Nicht aufgeben! ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Jahrbuch 2025
Rubrik: Opernhaus des Jahres, Seite 6
von Egbert Tholl
Silvia Adler
DARMSTADT
Opernwelt
1. Die Oper Frankfurt
2. Nicholas Brownlee; Jana Baumeister; Alyona Rostovskaya
3. Nadja Loschky mit ihrer Inszenierung von Alban Bergs «Lulu» an der Oper Frankfurt, die kompromisslos in menschliche Abgründe leuchtet und gleichzeitig Bilder von irisierender Schönheit hervorbringt
4. Thomas Guggeis, insbesondere für Alban Bergs...
Herr Metzger, am Abend vor unserem Gespräch fand die letzte Vorstellung von Charles Tournemires Oper «Le petit pauvre d’Assise» in Ulm statt. Wie war die Reaktion des Publikums, war dieses unbekannte Werk gut besucht?
Gestern hatten wir knapp über 70 Prozent Platzausnutzung, das ist sehr anständig für so ein Projekt. Was die Wirkung auf unser Publikum betrifft: Ein...
Starke Spielzeiteröffnung an der Deutschen Oper Berlin: Der Regisseur Christof Loy bringt Ottorino Respighis «La fiamma» auf die Bühne. 1936 war das Stück letztmals in der Stadt gespielt worden, danach nie wieder. Warum? Carlo Rizzi am Pult des Orchesters der Deutschen Oper präsentierte eine Musik, die voll dramatischer Kraft ist und die über einen hinreißenden...
