In der Vorhangfalte
Die Oper aller Opern – es ist eine viel zitierte Platitüde zu Mozarts unverwüstlichem Wüstling. Das Stück ist aber schwer zu inszenieren und zu musizieren. Schon Johannes Brahms meinte, wolle man einen gelungenen «Don Giovanni» erleben, müsse man in die Partitur schauen. Ganz so schlimm kommt es im Schwetzinger Schlosstheater nicht, dem sommerlichen Spielort des Nationaltheaters Mannheim. Alexander Mørk-Eidem inszeniert den Abschluss seines Da-Ponte-Zyklus in Koproduktion mit dem Nationaltheater Prag.
Das Ständetheater, es gehört heute zum Verbund der Prager Opernhäuser, war der Uraufführungsort von Mozarts Meisterstück – und eben dieses Theater bekommen wir gleich zu Beginn zu sehen und blicken durch ein zelt -artiges Vorhangportal in den Zuschauerraum mit seinen Logenrängen. Das ist schon mal ein Spiegel im Spiegel und damit Oper in der Oper. Nacht für Nacht kommt nun Don Giovanni als Wiedergänger seiner selbst auf die Bühne. Und so verfängt er sich in den Falten von Vorhang hinter Vorhang. Das ist ein barockes Prinzip passend zum barocken Ambiente des Spielorts. Aber diese Haupt -figur ist ohnehin ein mehrfach durch die Aufführungsgeschichte Gefalteter. Was soll einem dazu noch ...
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Opernwelt August 2024
Rubrik: Panorama, Seite 52
von Bernd Künzig
Im StaatenHaus, der Ausweichspielstätte der Kölner Oper, sieht es aus wie in einem Atommüll-Lager. Die Ausstatterin Patricia Talacko nutzt die Nähe zwischen Publikum und Kunst und bettet das Zuschauerpodest zwischen weiße Plastiksäcke. Noch nie wirkte Weiß so giftig. Mit gespitzten Ohren ist zu erahnen, dass das nervige Gemurmel im Hintergrund aus Lautsprechern...
In Bulgarien wird traditionell viel Musik von Giuseppe Verdi und von Giacomo Puccini gespielt, das deutsche Opernrepertoire hingegen ist nicht so stark vertreten. Umso erstaunlicher, dass das Opernhaus in Sofia nun schon zum sechsten Mal ein Wagner-Festival ausrichtet, das seinen Ausgang im Jahr 2010 mit einer Produktion des «Rheingold» nahm. Die drei restlichen...
Ein Triple infernale, zumindest für das Münchner Publikum: Krzysztof Pendereckis «Die Teufel von Loudun» bei den Opernfestspielen 2022, Bratt Deans «Hamlet» im vergangenen Jahr – und nun «Le Grand Macabre» von György Ligeti. Das ist schwer verdauliche Kost, die Intendant Serge Dorny da jeweils zum Auftakt des Festivals serviert(e). Zumal an einem Ort, wo der...
