In der Manege

Lissabon, Wagner: Das Rheingold

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Im historischen Teatro Nacional de São Carlos hangelt sich Alberich als Quereinsteiger aus der No-Future-­Generation zur welterschütternden Tat. Nur mit roter Irokesenbürste und einem Wollhöschen bekleidet, das mehr schlecht als recht eine gewaltige Protuberanz verhüllt, kauert er auf einer güldenen Logenbrüstung, um sich an den Tutus und Pumps der drunten pirouettierenden Rheintöchter aufzugeilen.

Man hat sich noch kaum an den Anblick der mitten ins Parkett gebauten «Ring»-Sonderbühne gewöhnt, da hat er auch schon seinen blau-weiß gestreiften Superanhang hervorgekramt und den walzernden Damen zum Beweis seiner Interessen hingehalten. Auch nach dem Ergreifen des (hier mittels einer Diskokugel raumfüllend gestreuten Licht-)Goldes und dessen spekulativer Mehrung in einem von Blues-Brother-Klonen am Laptop betriebenen Nibelheim taucht das Gemächt wieder auf: Der Drache, in den sich Alberich unter Einsatz des (guten, alten) Tarnhelms verwandelt, ist – ein blau-weiß gestreifter Riesenringelwurm. Botschaft angekommen?
Graham Vick arbeitet bei seiner in Lissabon gestarteten ersten «Ring»-Regie nicht nur im Fall der Nacht­alben mit plakativen, vornehmlich aus Sport und Holly­wood-Lichtspiel ...

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Opernwelt Juli 2006
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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