In Bestform
«Songs My Mother Taught Me» – der Titel aus den Zigeuner-Melodien von Antonín Dvorák gehört seit Langem zu den Topoi von Primadonnen, die sich scheinbar ganz persönlich und privat an ihre Bewunderer wenden und – im glücklichen Fall – mit einer Kunst verzaubern, die Kunst verbirgt. Es geht dabei um die essenzielle Kunst, eine Melodie zu singen und zum Leben zu erwecken. Sie ist, horribile dictu, rar geworden. Für ihr neues Recital hat Magdalena Kozená, wie sie im Beiheft versichert, Lieder ausgewählt, die sie im Kindesalter von ihrer Mutter gehört hat.
Wenn eine subjektive Bemerkung erlaubt ist: Man kann sie um diese Erfahrung nur beneiden, insbesondere dann, wenn die Mutter so berückend, so inwendig-zart gesungen hat wie die tschechische Mezzo-Sopranistin bei diesem suggestiven und klug zusammengestellten Programm.
Der Reiz dieses Recitals liegt im Reichtum der Kontraste. Neben bekannten (zumindest halbwegs bekannten) Liedern von Antonín Dvorák und Leos Janácek hat die hier in Bestform singende und wirklich wie eine (hohe) Mezzo-Sopranistin klingende Magdalena Kozená Lautenlieder des erst vor einem Jahr gestorbenen Petr Eben ausgewählt, ferner Gesänge von Erwin Schulhoff, Jan ...
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