Fundstücke auf Seitenwegen
Seit Jahren, so unkte vor einiger Zeit der Pop-Kritiker einer großen deutschen Tageszeitung, wären Musikkonzerne und Plattenfirmen damit beschäftigt zu schrumpfen, zu fusionieren oder zu sterben. Dazu auch die Aufnahmestudios. Denn immer mehr Künstler nutzten die Möglichkeiten, die neue Software und schnellere Rechner bieten; so breitete sich im gesamten Pop quasi eine Do-it-Yourself-Mentalität aus, was dazu führte, dass die Flut neuer Musik inzwischen völlig vom Zustand der Musikindustrie abgekoppelt sei.
Im Klassik-Bereich sieht das etwas anders aus.
Denn die beste Software, die schnellsten Rechner ersetzen das «Handwerk» nicht: Wer nicht singen kann oder ein Instrument schlecht spielt, wird seine Botschaft nicht gut rüberbringen. Auf der anderen Seite ermöglicht die etwa gegenüber der Vinyl-Platte weit kostengünstigere Herstellung der digitalen CD kleineren Firmen oder auch den Künstlern selbst, quasi mit «Exoten» auf sich aufmerksam zu machen. Denn während die «Majors» (wie die großen Firmen branchenintern genannt werden) in den letzten Jahren viel musikalisches Fast-Food auf den CD-Markt warfen, die Medley- und Kompilations-Alben mancher Stars etwa oder die ...
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Don Giovanni», Verdis «Otello», Gounods «Roméo et Juliette» – die Eröffnungspremieren der Salzburger Festspiele mit den attraktiven und populären Titeln waren die ganze Festivalzeit über auf dem Programm (siehe OW 9-10/2008). Das etwas sperrigere Angebot folgte in der zweiten Festspielhälfte: Bartóks «Herzog Blaubarts Burg», Dvoráks vor allem wegen der Mond-Arie...
