Impeto ardente

Spontini: Fernand Cortez
Florenz | Teatro del maggio musicale

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Im ersten Akt tauschen die Anführer am Strand von Mexiko Geschenke. Der Mexikaner Telasco bringt Gold, Blumen und reizende Frauen, Cortez antwortet mit einem Degen. Das also sind die Geschenke Europas – vielleicht werden die Spanier sie eines Tages in unseren Händen wiederfinden, ist Telascos bestürzte und zugleich stolze Antwort. Als Gaspare Spontinis «Fernand Cortez ou La conquête du Mexique» im November 1809 in Paris uraufgeführt wurde, war Napoleons Spanienfeldzug schon fast zwei Jahre mit wechselndem Erfolg im Gange.

Noch einmal, nach der monströsen Ausstattungsoper «Le triomphe de Trajan» (1807), sollte ein aufgeklärter Anführer oder Herrscher vorgeführt werden, der religiösen Fanatismus besiegt, Ordnung und Licht in eine barbarische, gewaltbereite Welt bringt. Deshalb wird der grausame aztekische Oberpriester, der die Überläuferin und Cortez-Geliebte Amazily um jeden Preis opfern will, zum Gegenspieler. Der Herrscher Montezuma, als ausgleichende Figur zwischen den Kulturen vorgesehen, tritt gar nicht auf. Die napoleonische Propagandamaschinerie zog den strikten Schwarzweiß-Kontrast vor. Das Werk wurde nach 24 Aufführungen 1812 abgesetzt. In einer zweiten, Montezuma wieder ...

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Opernwelt Januar 2020
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Klaus Heinrich Kohrs

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