Apropos... Beethovens Geliebte

Das Theater Regensburg eröffnet das Beethoven-Jahr 2020 am 25. Januar mit der Uraufführung einer Oper, die um die «Unsterbliche Geliebte» des Komponisten und ihre Tochter kreist. Libretto und Musik hat der estnische Komponist Jüri Reinvere geschrieben. Nach «Puhdistus (Helsinki, 2012) und «Peer Gynt» (Oslo, 2014) legt er mit «Minona» sein drittes Musiktheater vor

Opernwelt - Logo

Herr Reinvere, wie sind Sie eigentlich auf das Thema «Beethovens Tochter» gestoßen?
Auslöser meines Interesses war sein berühmter Brief an die «Unsterbliche Geliebte» aus dem Jahr 1812. Wenn man sich fragt, welche Frau die Adressatin dieses Briefes gewesen sein könnte, begegnet man sehr schnell Josephine Brunsvik, jener aus einem ungarischen Adelsgeschlecht stammenden Gräfin, die eine zentrale Rolle in Beethovens Leben spielte. Josephine war für ihn die wichtigste Frau überhaupt. Darauf deutet der leidenschaftliche Briefwechsel, von dem 14 Briefe erhalten sind.

Es spricht einiges dafür, dass ihre Begegnungen nicht rein platonischer Natur waren. Erst der Schweizer Musikwissenschaftler Harry Goldschmidt hat Ende der 1970er-Jahre auf die Bedeutung dieser Beziehung hingewiesen. Ich glaube, dass Josephine nicht nur die von Beethoven vergeblich umworbene «unsterbliche Geliebte» ist, sondern auch Mutter einer Tochter, die aus einem Rendezvous mit dem Komponisten hervorging.

Das von Ihnen selbst verfasste Libretto erzählt die Geschichte dieser Tochter. Auf welche Quellen stützt sich Ihr Bild von Minona?
Entscheidende Impulse verdanke ich Harry Goldschmidts Buch «Um die Unsterbliche ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2020
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Albrecht Thiemann

Weitere Beiträge
Gothic novel

Die Bühne dreht sich – wie jene Schraube, die im Titel rotiert. Mit jeder Windung, jedem «Turn of the Screw» erhöhen sich in Benjamin Brittens Kammeroper Druck und Beklemmung. Für die Akteure wie für die Zuschauer. Regisseur Peter Carp und Bühnenbildner Kaspar Zwimpfer entwickeln über rund zwei Stunden im Großen Haus des Theaters Freiburg einen Spannungsbogen wie...

Premieren Januar 2020

Diese Übersicht bietet eine Auswahl der angekündigten Musiktheater- und Opernpremieren des Monats Januar 2020. Informationen zu Wiederaufnahmen und Repertoirevorstellungen finden Sie auf den Websites der Häuser. Eine Liste mit Kontaktdaten gibt es online unter diesem Link:
www.der-theaterverlag.de/serviceseiten/theaterlinks/

ML = Musikalische Leitung
I =...

Gefühlsklang und Kirchenton

Wenn zum Happy End alle Solisten den Schlusschor anstimmen, langsam in die Bühnentiefe abgehen, das Orchesterspiel abbricht, der entschwindende Gesang immer leiser wird und das Licht allmählich verlischt, bis Dunkel und Stille herrschen, hat man als Zuschauer im Schwetzinger Rokokotheater die erfolgreiche Wiedergeburt eines Stücks erlebt, das 300 Jahre unter...