Im Zeichen des Kreuzes
Antonio Vivaldis lange verschollen geglaubte und erst vor zehn Jahren in fragmen- tarischer Form wieder aufgetauchte Oper «Motezuma» ist in einer oberitalienischen Koproduktion der Städte Ferrara, Piacenza und Modena szenisch realisiert und als Video aufgezeichnet worden. Alan Curtis, der das Werk bereits bei Deutsche Grammophon eingespielt hat, stützte sich hier wie dort auf die authentisch klingende Rekonstruktion Alessandro Ciccolinis. In der Wiedergabe durch Il Complesso Barocco erweist sich diese Ausgrabung als großer Gewinn für das Barock-Repertoire.
Die auf Curtis eingeschworenen Musiker erzeugen einen drahtigen, dramatisch durchpulsten Klang, der die Spannung über zweieinhalb Stunden aufrechterhält. Regisseur Stefano Vizioli macht einen sauberen Job, indem er die Aufeinanderfolge von Rezitativen und Arien in szenische Ensembles auflöst und unter großem Einsatz von Statisterie auf beinahe leerer, von einem riesigen, am Boden liegenden Kreuz dominierter Bühne die etwas verwickelte Handlung so schlüssig wie möglich erzählt.
Die Besetzung ist erstklassig. Von den Sängern der CD-Produktion ist lediglich der Titelheld dabei, dem freilich dramaturgisch nur eine untergeordnete ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Seite 28
von Ekkehard Pluta
Jean Cox debütierte 1951 an der New England Opera Boston als Lenski im «Eugen Onegin», sang 1954 beim Festival von Spoleto den Rodolfo in «La Bohème» und war 1954 und 1955 als lyrischer Tenor am Theater von Kiel engagiert. Dort, sowie in den Folgejahren bis 1959 in Braunschweig, erarbeitete er sich viele Partien, u. a. Xerxes, Cavaradossi, Lohengrin und Otello. Von...
Auf den ersten Blick ist Richard Strauss’ «Liebe der Danae» (1938-40) nicht zu retten: ein überladenes Kompilat verbrauchter musikalisch-dramatischer Formeln, in dem der greise Komponist sein eigenes Œuvre von «Salome» bis «Arabella» plagiiert – sentimental in der Überzuckerung seines eigenen Weltabschieds als Gott Jupiter und obendrein belastet durch ein...
Es war Gounods «Faust», mit der die Metropolitan Opera 1883 ihre Pforten öffnete. Ein Werk, das sich in New York sofort großer Beliebtheit erfreute. Spötter nannten die Met damals – zu einer Zeit, als Millionen Amerikaner noch Deutsch als Umgangssprache pflegten – scherzhaft das «Faustspielhaus». Bis in die 1950er-Jahre hinein sollte das Stück im Met-Repertoire...
