Im Sekretariat für Genauigkeit und Seele

Alfred Brendel und Peter Gülke zeigen, wie bedeutsam das geistreiche Sprechen über Musik sein kann

Wenn sich zwei Reisende in einer Sommernacht treffen, die nicht nur ein glücklicher Zufall dazu bestimmt hat, derselben Profession mit vergleichbarer Leidenschaft und Hingabe nachzugehen, sondern die beide auch noch eine gehörige Portion wissbegierig-humorvolle Fabulierlust mit sich im Gepäck führen, und wenn diese beiden Zeitgenossen darüber hinaus noch ein, zwei, drei gemeinsame Themen finden, über die es sich in aller Ausgiebigkeit zu debattieren lohnt, und wenn dann noch zwei Verlage der Meinung sind, diese intimen, bei der Schubertiade in Schwarzenberg geführten, späterhin per B

rief fortgesetzten Gespräche seien es unbedingt würdig, veröffentlicht zu werden, – nun ja, dann kommt eben am Ende ein derart blitzgescheites Buch heraus: «Die Kunst des Interpretierens» heißt es und vereint zwei  Große: hier den in London lebenden Pianist, Dichter und Vorsitzenden des Sekretariats für Genauigkeit und Seele Alfred Brendel, dort den Weimar treu ergebenen, literarisch schier unglaublich bewanderten Musikologen und Dirigenten Peter Gülke.

Es treffen sich zwei Plaudertaschen von erlesener Meisterschaft. Und also plaudern sie, der 90-jährige Brendel und der gerade mal 87-jährige Gülke. ...

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Opernwelt Juni 2021
Rubrik: BUCH des Monats, Seite 49
von Jürgen Otten

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