Im Räderwerk

Verdi: Simon Boccanegra
Hagen | Theater

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Wenn sich der Vorhang öffnet, gibt die Szene den Blick frei auf eine mit Toten übersäte, unablässig kreisende Drehbühne. Von oben senkt sich ein blecherner Lautsprecher herab, aus dem die Schlussansprache aus Charlie Chaplins Film «Der große Diktator» ertönt. Der flammende Aufruf für Frieden und Freiheit ist ein gleichsam vorauseilender Kommentar zu dem, was uns in Verdis «Simon Boccanegra», seiner wohl persönlichsten, jedenfalls finstersten Oper erwartet.

In den schicksalhaften Verkettungen und zwanghaften Wiederholungen der verworrenen, schwer durchschaubaren Handlung legt die junge Regisseurin Magdalena Fuchsberger ein fatalistisches Geschichtsdrama von bestürzender Aktualität offen: Männer machen Geschichte, und Frauen sind die Opfer. Boccanegra lässt sich von Paolo, dem Anführer der Volkspartei, erpressen und vom Volk zum Dogen von Genua wählen – ein unheilvolles Bündnis mafioser Machenschaften, bei dem schließlich beide umkommen: Paolo vergiftet Boccanegra und wird selbst hingerichtet.

Fuchsberger findet intensive, beklemmende Bilder für ein zeitloses Spiel, das auch die Täter korrumpiert, ja zerstört. Monika Biegler hat ihr dafür vier serienmäßig gestylte, mit Schreibtisch, ...

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Opernwelt Dezember 2018
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Uwe Schweikert

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