Im Husch da, im Husch vorüber

Mozart: Le nozze di Figaro an der Staatsoper München

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Ein «Welttheater der Liebe» hat Walter Felsenstein «Le nozze di Figaro» einmal genannt. Nur vergaß der renommierte Regisseur, einer der Pioniere des Regietheaters im deutschsprachigen Raum, zu erläutern, wie genau diese «Liebe» konfiguriert sein könnte – ob es sich dabei um eine solche handle, die in jeder Minute eine (erotische) Entscheidung sei, ob sie das allumfassend Spirituelle meine – oder ob sie sich, als Agape oder Philia, dem Empathischen verschrieben habe. In der Münchner Inszenierung von Evgeny Titov ist die Liebe erst einmal in den Keller gekommen.

Die Bühne von Ausstatterin Annemarie Woods zeigt einen rostigen, von einer hochaufragenden Rückwand und schwergängigen Eisentüren (die verschlossen zu sein scheinen, sich aber dann doch wie von Wunderhand ganz leicht öffnen lassen) begrenzten Raum. Das Interieur spärlich: ein schmutziges Waschbecken, das man lieber nicht benutzen möchte, und ein riesiger (elektrischer) Zauberstuhl; man ahnt schon, wer am Ende darauf Platz nehmen wird. Doch ist dies kein gewöhnliches Sitzmöbel, sondern ein wahres Folterinstrument, mit roten Schalthebeln an den Seiten und allerlei seltsamen Vorrichtungen, deren Wirkkraft wohl nur S&M-Experten ...

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Opernwelt Dezember 2023
Rubrik: Panorama, Seite 35
von Jürgen Otten

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