Im Herzen der Stadt

Barbara Mundel stand als Intendantin in Freiburg für ein (Musik-)Theater, das sich politisch einmischt

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Sinn für Symbolik hat sie. Nach elf Jahren Intendanz verlässt Barbara Mundel das Freiburger Theater. Ihre letzte Premiere, Mozarts Opernfragment «Zaide» in der Ergänzung durch Chaya Czernowin, wurde in Salzburg just zu jenem Zeitpunkt uraufgeführt, als sie ihr Amt im Schwarzwald antrat. Die Liebe des mozartischen Paares kann sich nicht erfüllen, weil es in muslimischem Feindesland festgehalten wird. Czernowin setzt die unmögliche Liebe einer Israelin und eines Palästinensers daneben.

Wie politisch das Theater Mundels ist, zeigt die Tatsache, dass sie Czernowin einen Chor in das Stück hineinkomponieren ließ: Er repräsentiert die Gesellschaft, die das Scheitern des Menschlichen verantwortet.

In Freiburg war die «Oper» Teil eines umfassenden Konzepts. Mundels Theater will hineinwirken in die Gesellschaft: «Heart of the City», so steht es in großen Leuchtreklamelettern auf dem altehrwürdigen Bau – der Stadtseite zugewandt. Die Frage nach der offenen Gesellschaft war in den letzten Jahren zentral: «Wie wollen wir zusammenleben? Wer entscheidet, wer hier leben darf? Können wir uns eine Alternative zum Kapitalismus vorstellen? Diese Fragen haben uns umgetrieben», so Mundel. Alle Sparten ...

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Opernwelt September/Oktober 2017
Rubrik: Magazin, Seite 108
von Thomas Rothkegel

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