Im goldenen Käfig

Delibes: Lakmé an der Oper Straßburg

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Blumen-Duett» und «Glöckchen-Arie»: Zwei populäre Nummern aus Léo Delibes’ «Lakmé» behaupten sich auch in den einschlägigen Internet-Musikkanälen. Im Gegensatz zur Oper, die zumal im deutschsprachigen Theater ein Schattendasein fristet. Schwülstige «exotische Idylle» à la française? Jetzt könnte die Zeit reif sein für einen neuen Blick auf «Lakmé». Thematisiert die Handlung im Grunde doch nicht unkritisch den britischen Kolonialismus im Indien dieser Zeit. Und die Abnabelung einer jungen Frau, der Titelfigur, von ihrem Vater, dem Brahmanen Nilakantha.

Der seine Tochter vergöttert, ja geradezu vergöttlicht und sie deshalb von allem abschirmt, was er hasst – zum Beispiel den englischen Kolonialherren, die seine Kultur und Religion missachten.

Laurent Pellys Inszenierung an der Opéra national du Rhin setzt an dieser Stelle an. Pelly ignoriert die kolonialen Verwerfungen und die Brüche durch die Dialoge in der Handlung zwar nicht – die englische Personnage im Stück karikiert der Regisseur als sein eigener Kostümbildner mit großer Lust am prüden, grauen Viktorianismus. Doch weit wichtiger ist ihm jenes Mädchen Lakmé, das von seinem Vater als göttliche Erscheinung in einem riesigen ...

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Opernwelt Dezember 2023
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Alexander Dick

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