Im Garten der Verlockungen

Diana Damrau unternimmt eine Schmankerl-Reise in die Operettenmetropolen Wien, Berlin und Paris

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Schon Hermann Bahr wusste es: «Was zieht im Theater? Was den Frauen gefällt. Was gefällt den Frauen? Was von ihrer Sache handelt. Was ist ihre Sache? Was sie Liebe nennen.» Zwar galt die ätzende Bemerkung des Schriftstellers und Kritikers der Komödie «Candida» von George Bernard Shaw, doch darf man sie durchaus auch auf die Operette beziehen, als aphoristisches Augenzwinkern sozusagen. Gewähre dieses Genre der Frau doch «eine ganz spezielle Position», wie Diana Damrau im Booklet ihres Albums «Operette» feststellt.

Die Protagonistin sei eben nicht die «untergebutterte» Frau, «die am Ende ihr Leben lassen muss, sondern die Diva, die aus jeder Situation das Beste herausholt», da sie sich der gängigen Moralvorstellung widersetze und damit das damals vorwiegende Männerpublikum begeistert habe. Das passt auch gut zum heutigen Zeitgeist, hat diesen sogar vorweggenommen – obschon etwa der Text von Robert Stolz’ «Du sollst der Kaiser meiner Seele sein» zu Beginn des Albums eher Gegenteiliges suggeriert ...

Wie auch immer: Es ist ein zweifellos anziehender Bereich, gewissermaßen ein Garten der Verlockungen. Manche der großen Opern-Primadonnen erlag diesem Zauber und spielten Operetten-Alben ...

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Opernwelt April 2024
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 37
von Gerhard Persché

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