Melos mit Sliwowitz
Und die Moral von der Geschicht’: Auch wenn die Karriere lockt (und vielleicht ein anderer Mann), auch wenn die Fremde Neues und Aufregendes überm Tellerrand verheißt – am schönsten ist es doch im Dorf bei Franjo. Wo es munter trachtelt und fröhlich Sonne, Blumen und Wälder besungen werden. Lange vor dem Urknall der Emanzipation ist dieses Stück entstanden, wie so vieles in der Opern- und Theaterhistorie.
Hochmütiges Lächeln verbietet sich also, obgleich der Belcanto wenigstens einen dunklen Schritt weiter war: Als Ausweg aus dem Machismo wählte der für seine Protagonistinnen wenigstens Wahnsinn oder Mord.
Minka käme gar nicht auf die Idee. Sie ist die titelgebende «Nachtigall von Gorenjska» und so etwas wie eine slowenische Volksheldin, wenn man den Beteuerungen der Oper Graz glaubt. Der gut 90-minütige, hier pausenlos gespielte Dreiakter ist die Nationaloper des Nachbarlandes, eine Art slowenische «Verkaufte Braut». Komponiert hat den klingenden Heimatfilm Anton Foerster (1837–1926), ein gebürtiger Böhme, der in Prag studierte, als Chorleiter und Organist in Kroatien arbeitete und schließlich in die slowenische Hauptstadt Ljubljana weiterzog, wo er 40 Jahre lang lebte, schrieb ...
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Opernwelt April 2024
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Markus Thiel
Der tschechische Musikwissenschaftler Vladimír Karbusický zitierte in seinen Hamburger Seminaren mit ironisch zusammengekniffenen Augen gern die (natürlich von ihm stammende) strukturelle «Ur-Formel» alles Klingenden: «Musik ist Wiederholung und Variation.» Das war im letzten Jahrhundert und besitzt, trotz der ironischen Simplizität des Merksatzes, einen wahren...
Im vergangenen Juli legte die Gewerkschaft Les Forces musicales, die 51 französische Opernhäuser und Orchester vertritt, eine konsternierende Broschüre vor. «La Saison fantôme» betitelt, stellte sie eine Auswahl von 19 «Geister-Produktionen» vor, die das Publikum diese Spielzeit nicht oder nur in flüchtigen Umrissen zu sehen bekommt. Abgesagte Produktionen oder...
In Verdis «La traviata» einzutauchen, komme ihm vor «wie ein Besuch im Spa», erklärt der Tenor Matthew Vickers. «Es fühlt sich einfach gut an, mich in diesem Stück zu bewegen, es ist wie ein Gesundheitstag für die Stimme.» In der Rolle des Alfredo kann man den 38-Jährigen zurzeit am Staatstheater Darmstadt erleben, wo er seit Beginn dieser Spielzeit fest engagiert...
