Im Focus der Maiausgabe 2012
Es sind weder prominente Sängerinnen und Sänger noch prominente Stücke, die derzeit für Furore sorgen. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass das kleine Haus in Gießen Giovanni Pacinis «Maria Tudor» nicht nur wiederentdeckt, sondern auch wirklich bewältigt? Und wer kennt schon die Meisterwerke von Auber, die jetzt in Berlin und Paris fast zeitgleich herauskamen? Bei den parallel entstehenden «Ring»-Zyklen in Mannheim und München zeigt sich immer deutlicher, wer künstlerisch die Nase vorn hat: das kleinere und finanziell weit schlechter gestellte Haus.
In Salzburg kann die prominent besetzte «Carmen» trotz großer Einzelleistungen so wenig überzeugen wie eine neue «Lulu» an der Berliner Staatsoper im Schiller Theater. Ganz ohne Promis dagegen zeigt die Staatsoper Stuttgart geheime Bezüge zwischen Schönberg und Janácek. Mehr darüber im Focus-Teil dieses Heftes.
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Opernwelt Mai 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Stephan Mösch, Albrecht Thiemann
Herr Nelsons, warum dirigieren Sie am liebsten Repertoirevorstellungen?
Ich bin auch für neue Produktionen zu haben, aber sie sind oft zu zeitraubend. Außerdem kommt die Musik dabei vielfach nur an zweiter Stelle. Das sage ich, obwohl ich in Bayreuth sehr gute Erfahrungen mit Hans Neuenfels gemacht habe. Ein cleverer Mann, der Provokationen nicht aus Unkenntnis,...
Hoch oben, diagonal über der Bühne ein Seil, das anfangs wie eine Neonröhre aussieht. Ganz vorn rechts ragt gerade noch ein Fuß ins Bild. Im Pressematerial zum Karlsruher «Lohengrin» findet sich die Biografie eines französischen Hochseilartisten. Auf der Szene indes keine Spur von ihm. Sollte da...? Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Lohengrin – Akrobat...
Ein kleiner, weiß auf schwarz gestrichelter Stern leuchtet auf. Er wird größer, nimmt die Zuschauer mit ins Wunderreich der Nacht, ins Weltall, wo Planeten kreisen und Myriaden von Sternen. Die Reise endet im Nichts, in der Auslöschung. Es gibt kein Glück, weder in Cornwall noch auf Kareol, weder für Tristan noch für Isolde. Das ist in Hermann Schneiders...
