Idylle mit Schäfchenwolken
Die Krise des CD-Marktes verschont auch die Opern Richard Strauss’ nicht: Obwohl gerade die Spätwerke wie «Die Ägyptische Helena», «Daphne» und «Danae» seit einigen Jahren eine Renaissance auf den Bühnen erleben, ist davon auf CD nur wenig zu spüren.
Selbst Christian Thielemann, der wohl profilierteste Strauss-Dirigent unserer Tage, durfte bislang noch keine einzige Oper des Komponisten einspielen (lediglich eine DVD mit der «Arabella» existiert) – die goldenen Zeiten, in denen ein Wolfgang Sawallisch in München gleich den ganzen Zyklus der Strauss-Opern ins Visier nahm, scheinen in weite Ferne gerückt. Dass jetzt, siebenundsechzig Jahre nach der Uraufführung, die erste (!) Studioproduktion der «Daphne» erscheint, ist wohl auch nur der Koproduktion mit dem WDR zu verdanken, der so das Profil seines Kölner Orchesters unter Semyon Bychkov schärfen will. Das gelingt: Bychkov fächert die ganze Raffinesse des Strauss’schen Orchestersatzes auf, zieht alle Register des Schönklangs. Das imponiert, zeigt aber leider nur wenig Charakter: In der bislang maßgeblichen «Daphne»-Aufnahme, einem Mitschnitt von den Salzburger Festspielen 1964 unter Karl Böhm, klingt Strauss um Welten ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Gleich am ersten Abend gibt es ein farbiges, lebendiges Kontrastprogramm: Nach dem «Don Quixote» von Richard Strauss, einigen abenteuerlich ineinanderfließenden Szenen aus dem «Rosenkavalier», mit dem die Finnische Nationaloper Helsinki in der Turun Konsert-titalo gastiert (Ritva-Liisa Korhonen singt die Marschallin, Lilli Paasikivi ist Oktavian, und Tiina...
Jan Müller-Wieland (39) reichert sein musiktheatralisches Schaffen mit einem neuen Stück an, das sich vom Genre Literaturoper abwendet. Im Auftrag des Theaters Bonn, das seine finanziell gefährdete Novitätenreihe «BonnChance» nur noch mit Hilfe des örtlichen Beethovenfests durchhalten kann, komponierte er den Einakter «Die Irre oder Nächtlicher Fischfang» nach...
In Theorie und Bühnenbild wirkt es schlüssig: die 1871 in Kairo uraufgeführte «Aida» ebendort anzusiedeln – nämlich in der luxuriösen Lobby eines britischen Kolonialhotels während des Krieges zwischen Großbritannien und Äthiopien (1876) und der Besetzung Ägyptens (1882) (Bühne: Dieter Richter). Doch im Laufe des Abends erweist sich, dass dieses Konzept nur an der...
